Schnittwunde und Prellungen: Bob: Langen stürzt in Altenberg
zuletzt aktualisiert: 21.12.2003 - 15:22Altenberg (rpo). Zum ersten Mal in seiner Karriere ist Bob-Olympiasieger Christoph Langen gestürzt. Beim Viererbob-Weltcup in Altenberg zogen sich er und seine Anschieber Verletzungen zu.
Statt der geplanten Triumphfahrt erlebte Christoph Langen auf der Abschiedstour die Sturz-Premiere. Der Olympiasieger kippte beim Viererbob-Weltcup in Altenberg nach einem groben Fahrfehler in Kurve 12 im ersten Lauf mit seinem Schlitten um. Der 41-Jährige erlitt eine Schnittwunde im Oberschenkel und wie seine drei Anschieber Christoph Hayder, Enrico Kühn und Sven Peter Prellungen im Schulterbereich. Im Zweier hatte er 24 Stunden zuvor Rang zwei hinter Doppel-Weltmeister Andre Lange belegt.
"Nichts lebensgefährliches"
"Nichts lebensgefährliches. Ich war zunächst ein bisschen benommen", gab Langen Entwarnung. Nach dem ersten Schrecken und der ärztlichen Untersuchung war der Altmeister schnell wieder gelöst, schob sich ein wenig lächelnd ein dickes Stückchen Eierschecke in den Mund und verkündete: "Ich krieg jetzt nicht die große Krise, im Training passiert das jedes Jahr. Weihnachten muss ich aber wohl in der Schlittenwerkstatt verbringen."
Der Abschied von Altenberg sollte eigentlich für den Ausnahmeathleten freundlicher ausfallen. Hier hatte er schließlich 1991 als Bremser von Wolfgang Hoppe seinen ersten WM-Titel gewonnen, auch seinen ersten Weltcup-Erfolg als Pilot feierte er im November 1993 auf der Kunsteispiste im Osterzgebirge. Langen: "Ich muss immer volles Risiko fahren. Da kann ein Fehler passieren. Es war von Beginn an eine unruhige Fahrt, schon bei der Einfahrt in den Kreisel ging es mit einem Fehler los."
Lange hatte am Samstag den ersten deutschen Saisonsieg im Zweierbob eingefahren. Der 30-Jährige aus Oberhof war mit Anschieber Kevin Kuske um 0,23 Sekunden schneller als Olympiasieger Langen (Unterhaching) mit Franz Sagmeister. Dritter wurde mit 0,31 Sekunden Abstand Kanadas Weltcup-Spitzenreiter Pierre Lueders.
"Ich habe im kleinen Schlitten noch nie auf dieser Bahn gewonnen. Das ist nun gelungen, einfach phantastisch. Einen besseren Jahresabschluss hätte ich mir nicht wünschen können", sagte Lange. Der Thüringer, in dieser Saison in zwei Vierer-Wettbewerben schon ganz vorn, feierte den insgesamt 16. Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn. Nach Bahnrekord im ersten Lauf gelang ihm im zweiten Versuch zudem noch ein Startrekord. "Kuske hat eine Rakete gezündet", lobte der Pilot.
Langen ärgerte sich auch da schon über einen Fahrfehler, räumte mit Blick auf die gegenüber Lange schlechteren Startzeiten aber auch ein: "Das liegt auch an mir. Ich bin ganz schön ausgepumpt. Musste in diesem Jahr in die Selektion und konnte mich nicht schonen. Seit Anfang Oktober gebe ich Vollgas."
In der Zweier-Gesamtwertung führt Lueders (131 Punkte) vor Langen (127) und Lange (125). Bundestrainer Raimund Bethge: "Wir kämpfen noch um Rang eins, wollen unbedingt das dritte WM-Ticket." Der nächste Weltcup findet erst am 24./25. Januar in St. Moritz statt. Der ursprünglich Mitte Januar in La Plagne geplante Weltcup mit EM-Wertung wurde abgesagt. Der Bob-Weltverband erhielt trotz mehrfacher Fristverlängerung von den französischen Organisatoren keine Garantie, dass die Probleme mit der Vereisung behoben werden können.
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