Zehn Hundertstel zwischen Platz eins und drei: Bob-WM: Christoph Langen zweimal langsamer
zuletzt aktualisiert: 21.02.2004 - 12:58Königssee (rpo). Gerade mal zehn Hunderstel Sekunden trennen bei der Bob-WM in Königssee die ersten drei: Die deutschen Mitfavoriten Christoph Langen und Andre Lange liegen zur Halbzeit des Wettbewerbs knapp hinter dem Kanadier Pierre Lueders.
Olympiasieger Christoph Langen jagt damit am Sonntag im Kampf um Zweierbob-Gold bei der WM in Königssee den Kanadier Pierre Lueders. Der 41-jährige Langen liegt mit Anschieber Markus Zimmermann nach zwei von vier Läufen lediglich 0,08 Sekunden hinter Lueders/Giulio Zardo. Die Titelverteidiger Andre Lange/Kevin Kuske (Oberhof) sind mit 0,10 Sekunden Rückstand Dritte.
"Ich hatte eine Super-Saison, darum muss ich nicht Weltmeister werden - aber es wäre spitze. Gold ist natürlich das Ziel", sagte der achtmalige Weltmeister Langen aus Unterhaching: "Ich hoffe, dass ich über Nacht noch die heilige Linie finde." Die Entscheidung fällt in den zwei Läufen am Sonntag (ab 10.00 Uhr).
Nagano-Olympiasieger Lueders sorgte im ersten Durchgang für einen Bahnrekord, auch im zweiten Lauf war er der Schnellste. "Bei Halbzeit lag ich ja schon oft vorn. Aber ich bin älter geworden und ruhiger", sagte der 33-jährige Lueders zuversichtlich. Für den Fall seines ersten WM-Titels hatte er einen Sprung in den Königssee angekündigt.
"Wie Sau"
Lange war mit seinem "Leihschlitten" im ersten Durchgang als Zweiter nur 0,03 Sekunden langsamer als Lueders, verlor dann aber deutlicher an Boden. "Ich habe Schmerzen im Fuß, das behindert wie Sau", sagte der Thüringer. Völlig überraschend liegt hinter ihm Patrice Servelle aus Monaco (0,37 Sekunden zurück) auf Rang vier, Matthias Höpfner (Riesa/0,50) mit Anschieber Franz Sagmeister ist vorerst immerhin Fünfter. Lange hatte vor dem Abschlusstraining auf einen vom bayrischen Piloten Hartl Sanktjohanser geborgten FES-Schlitten aus Verbands-Beständen "umgesattelt".
"Das wird ein knappes Ding. Die Spannung für morgen ist da, das lockt viele Zuschauer an", meinte Klaus Kotter, Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD): "Die Deutschen sind noch nicht geschlagen."
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