Champions Parade:: Borg küsst den Rasen, Ovationen für Graf und Becker
zuletzt aktualisiert: 01.07.2000 - 16:37London (dpa). Björn Borg küsste den heiligen Rasen, doch den größten Applaus bei der "Champions Parade" heimsten Steffi Graf, Boris Becker und John McEnroe ein. Lediglich höflichen Beifall gab es dagegen für Michael Stich. Bei der Millenniums-Feier auf dem Center Court von Wimbledon wurden am Samstag 56 ehemalige Gewinner aus Einzel, Doppel und Mixed präsentiert.
Den Auftakt der Parade, bei dem die ehemaligen und aktuellen Stars von der Herzogin von Gloucester eine kostbare Schale aus irischem Kristall erhielten, machte Andre Agassi. Der Amerikaner musste den vollbesetzen Center Court aber gleich wieder verlassen, um sich auf sein Spiel gegen den Franzosen Jerome Golmard vorzubereiten. Danach folgten die Champions in chronologischer Reihenfolge.
Sidney Wood war dabei derjenige, dessen Einzelgewinn (1931) am längsten zurücklag. Doch der 88-jährige Amerikaner, der 1927 bereits mit 15 Jahren erstmals in Wimbledon gespielt hatte, war nicht der älteste Champion. Sein 93-jähriger Landsmann Bunny Austin, Wimbledon- Finalist von 1932 und 1938, erhielt stehende Ovationen, als er im Rollstuhl auf den Platz gefahren wurde.
Die Teilnehmerliste an der Champions Parade las sich wie ein "Who's Who" des Tennis. Fast alles, was in diesem Sport Rang und Namen hat, war gekommen. Die Einladung ausgeschlagen hatte lediglich Jimmy Connors, der sich nichts aus solchen Feiern macht.
Seine Liebe zum Center Court, auf dem er zwischen 1976 und 1980 fünf Mal den Wimbledon-Titel gewonnen hatte und den er zum ersten Mal seit 1981 wieder besuchte, drückte Björn Borg auf ganz besondere Weise aus. Nachdem "Iceborg" aufgestanden war, um die Kristallschale in Empfang zu nehmen, küsste er die Grundlinie.
Für Gelächter unter den Zuschauern sorgte der Moderator, als er bei der Vorstellung von John McEnroe mitten im Satz eine kurze Pause einlegte: "Ein Mann mit unverschämtem ... Talent." Der dreifache Wimbledon-Sieger erhielt zusammen mit dem im dunkelblauen Nadelstreifen-Anzug erschienenen Boris Becker und Steffi Graf im kleinen Schwarzen stehende Ovationen - eine Ehre, die "Big Mac" zuvor dem Australier Rod Laver erwiesen hatte.
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