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Tennis
Becker überrascht vom Erfolg als Trainer

Frankfurt/Main. Genugtuung? Nein. Boris Becker ist nach eigener Einschätzung keiner, der herumläuft und denkt: Jetzt habe ich es allen gezeigt. Hat er aber doch. Und das überrascht sogar den Meister selbst.

"Ich hätte mir vor fünf Jahren nie erträumen lassen, dass ich Trainer bin vom amtierenden Wimbledonsieger", sagt Becker. Am Sonntag hatte sein Schützling Novak Djokovic das bedeutendste Tennis-Turnier der Welt zum dritten Mal gewonnen und seinen Status als unangefochtene Nummer eins eindrucksvoll untermauert. Becker erlebte in der Box des Serben beim Finalsieg gegen Roger Federer (Schweiz) großes Kino. "Dass Novak diesen Sieg 30 Jahre nach meinem ersten Titel holt, ist fast filmreif", meint der 47-Jährige. "Was da passiert, ist wie ein Traum. Es wirkt alles auf mich wie Schicksal: Wimbledon hat wohl immer etwas Besonderes mit mir vor."

Beim Champions Dinner applaudierte Becker stolz, als Djokovic zusammen mit Siegerin Serena Williams (USA) zum Bee-Gees-Klassiker "Night Fever" abtanzte. Ein Lächeln ins Gesicht zauberte dem gebürtigen Leimener auch die Tatsache, dass er es den ewigen Zweiflern wieder einmal gezeigt hat. "Kritik stachelt meinen Ehrgeiz an, ist eher Motivation für mich, macht mich besser", sagt Becker. Er sei "schlicht überrascht" gewesen, dass man seine Tenniskenntnisse bei seinem Amtsantritt als Djokovic-Coach im Dezember 2013 in Frage stellte. "Aber das ist immer so in meinem Leben gewesen", meint der in London lebende Becker. "Ich werde gerne skeptisch betrachtet und in Frage gestellt."

Der prominente Trainer gibt es nicht gerne zu, aber der letzte noch fehlende Grand-Slam-Coup bei den French Open ist ganz klar das ultimative Ziel der Djokovic-Becker-Beziehung. Der Titel in Roland Garros fehlt dem 28-jährigen Serben noch in seinem Portfolio. Auch Becker stand beim Sandplatz-Turnier nie ganz oben. "Paris ist nicht ständig in unserem Hirn", beteuert Becker. Wohlwissend, dass es "ein Problem" wäre, "wenn man am Ende seiner Karriere abrechnet und die French Open nicht gewonnen hat".

Die nächste Herausforderung für "Beckovic" wartet bei den US Open (31. August bis 13. September). "Dann greifen wir wieder richtig an", verspricht Becker, für den Stillstand Rückschritt bedeutet. "Jedes Jahr gilt es, sich zu steigern, sonst wirst du von der Konkurrenz überholt."

(sid)
 
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