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München/Düsseldorf
Dortmund ist auf Krawall gebürstet

München/Düsseldorf. Jürgen Klopp tritt heute mit dem BVB im Pokal-Halbfinale beim FC Bayern München an. Von Gianni Costa

Jürgen Klopp hat einen Schlussstrich unter seine Beziehung gezogen. Am 31. Mai trennen sich die Wege. Am Tag zuvor mit ein paar lieben Weggefährten in Berlin Großes leisten, zu Hause dann noch auf einem Laster eine Runde um den Borsigplatz fahren. Das war's. Ende nach sieben Jahren. Der Trainer von Borussia Dortmund will sich im Optimalfall mit dem Triumph im DFB-Pokal von seinem Arbeitsplatz verabschieden.

Ein paar fiese Zeitgenossen haben in den vergangenen Wochen das Gerücht gestreut, Klopp würde das mit der echten Liebe etwas großzügiger auslegen. Dabei ging es nicht um die Zuneigung zum BVB, sondern zu seiner Frau. "Man hat mir gesagt, ich würde den Klub verlassen, weil ich zu Hause rausgeflogen bin und ein Verhältnis mit einer Spielerfrau habe. So ein Gerücht, das kann man direkt wieder ad acta legen", sagt der 47-Jährige. Er sei, so Klopp, in seinem Leben relativ selten mit Gerüchten konfrontiert worden, die ihn interessierten. Er liebe seine Ehefrau Ulla nach wie vor von ganzem Herzen: "Sie hat mich nicht rausgeworfen. Sie hätte zigfachen Grund dafür gehabt. Aber nicht, dass ich was mit einer anderen Frau gehabt hätte - sondern weil ich ein bisschen doof bin. Auch das ist nicht passiert." Wäre das also auch geklärt.

Vor dem Spiel heute im Halbfinale des Pokalwettbewerbs beim FC Bayern München ist Klopp ansonsten darum bemüht, Romantik ganz weit zur Seite zu schieben. Dazu gehörte auch die Abwehr einer Geste der Zuneigung von Karl-Heinz Rummenigge, der ihm vor der Begegnung einen Blumenstrauß überreichen wollte. "Er hat mir das mitgeteilt, er möchte die Kampfstimmung nicht durch Blumen unterbrochen haben, das respektiere ich", sagte der Vorstandschef des FC Bayern: "Dementsprechend bekommt Jürgen Klopp die Blumen erst nach dem Spiel."

Klopp sagt, der BVB sei in der bajuwarischen Landeshauptstadt auf Krawall gebürstet, man wolle sich "durch Blumen nicht weich kochen lassen. Ich glaube nicht, dass die Anspannung früher anders war. Mehr als hundert Prozent geht nicht", befindet er. Klopp ist mit Dortmund 22 Mal gegen die Bayern angetreten (9:10 Siege, drei Unentschieden). Der Trainer kann auf den genesenen Ilkay Gündogan setzen, dazu kehrt Marco Reus nach seinem Comeback gegen Frankfurt in die Startelf zurück. Und auch Sebastian Kehl steht nach Zwangspause wegen eines Rippenbruchs im Kader. "Anscheinend wollen gegen die Bayern alle dabei sein", sagt Klopp.

Er selbst wird jeden Moment besonders genießen. Nach seiner Beziehung mit dem BVB will er erstmal eine Pause einlegen. Eine Rückkehr nach München ist nicht ausgeschlossen. Vielleicht sogar für immer, wenn es echte Liebe ist.

FC Bayern - Borussia Dortmund, 20.30 Uhr/ARD und im Liveticker bei www.rp-online.de/sport

Quelle: RP
 
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