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Borussia Mönchengladbach
Gladbach will Hazard länger binden

Porträt: Das ist Thorgan Hazard
Porträt: Das ist Thorgan Hazard FOTO: afp, jd ej
Mönchengladbach. Thorgan Hazard lächelt. Er hat es sich in einem der schwarzen Ledersessel im Interview-Raum im Souterrain des Borussia-Parks gemütlich gemacht und spricht über das, was ihm am wichtigsten ist: seine Familie. Von Karsten Kellermann

"Natürlich", sagt der Belgier, "verändert es dich, wenn du mit 21 Vater bist. Du hast ein ganz anderes Verantwortungsgefühl. Und die Familie gibt dir Rückhalt." Seine Freundin ist mit dem Nachwuchs mit ihm umgezogen an den Niederrhein. Seit Juli spielt Hazard für Borussia, die Gladbacher haben ihn ausgeliehen vom FC Chelsea.

Bis 2015 ist der Vertrag datiert. Damit hat keine der beiden Seiten ein Problem. Auf zehn Millionen Euro taxiert das Internetportal "Transfermarkt.de" Hazards Marktwert, ein Kauf kam nicht infrage für Gladbach. "Wir brauchen gute Spieler für unseren Weg. Eine Ausleihe, und sei es nur für ein Jahr, ist ein legitimer Weg, einen Spieler zu gewinnen, den man sonst nicht bekommt", sagt Sportdirektor Max Eberl. "Natürlich ist ein Jahr sehr kurz, um alles zu zeigen. Aber es ist ein guter Zeitraum, um zu sehen, ob es passt", sagt Hazard.

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Beim belgischen Erstligisten Zulte Waregem war zunächst auch ein Jahr vereinbart, dann kam ein zweites hinzu. Auch die Borussen würden sich die Dienste des Belgiers, dessen Bruder Eden einer der Stars bei Chelsea ist, gern längerfristig sichern. Sie sind ständig mit dem Klub von Startrainer José Mourinho im Gespräch. "Wir wollen Thorgan für Gladbach gewinnen", sagt Eberl.

Das kann über ein erneutes Leihgeschäft funktionieren - oder Borussia kauft den Offensivmann, der als eines der größten Talente in Belgien gilt. Verhandlungssache. Hazard kann sich jedenfalls durchaus vorstellen, länger in Gladbach zu bleiben. "Borussia spielt guten Fußball, das passt zu mir", sagt er.

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Chelsea schickt regelmäßig Beobachter, um zu sehen, wie er sich macht. Nach Waregem kam sogar Mourinho selbst - vielleicht lockt Hazard den Portugiesen auch in den Borussia-Park. "Er ist ein Junge mit großem Potenzial. Wir sind 100 Prozent überzeugt von ihm. Schon jetzt hat er große Fortschritte gemacht", sagt Eberl. Auch Trainer Lucien Favre ist angetan von dem vielseitgen Spieler, der nahezu alle offensiven Jobs machen kann.

Derzeit setzt Favre Hazard vor allem auf dem linken Flügel ein, aber auch als hängende Spitze. Hazard ist fintenreich, schnell mit dem Ball und schießt gute Standards. Und er ist produktiv: Sieben Scorerpunkte (drei Tore, vier Assists) hat er wettbewerbsübergreifend, umgerechnet auf die Einsatzzeit ist er der effektivste Borusse. Für Hazard ist die Bundesliga nach den zwei Jahren in Waregem der nächste Schritt. Auch bei Zulte spielte er zunächst auf dem Flügel. Im zweiten Jahr gab ihm Trainer Francky Durry die Nummer 10 und alle Freiheiten. Hazard zog die Fäden, schoss Tore und wurde zum besten Spieler Belgiens gewählt. Bei Borussia muss er wieder geduldig sein. Die "10", die er mag, hat Max Kruse, und Favre führt ihn langsam heran an die Bundesliga.

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Anfangs bekam er nur Kurzeinsätze, inzwischen hatte er einige Startelf-Einsätze, vor allem im Europapokal und im Pokal. In der Liga spielte er nur einmal von Beginn an. "Ich hoffe, dass ich bald auch in der Liga öfter anfangen darf. Aber wir haben viele gute Spieler, die Konkurrenz ist groß", sagt Hazard.

Vielleicht ist er nur Borusse für ein Jahr, vielleicht liegt auch seine weitere Zukunft hier. "Nach der Saison haben wir uns zu Gesprächen verabredet, dann werden wir sehen, was passiert", sagt Hazard. Ob er einen konkreten Karriereplan hat? "Es war wichtig für mich, dass ich mit 14 nach Frankreich zum RC Lens gegangen bin. Jetzt war es richtig, den Schritt in die Bundesliga zu machen. Nun konzentriere ich mich ganz auf Borussia", sagt er.

Quelle: RP
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