100.000 Dollar an Funktionäre der IBF gezahlt: Box-Promoter Sauerland hat "geschmiert"
zuletzt aktualisiert: 24.06.2000 - 12:32Newark/New Jersey (sid). Box-Promotor Wilfried Sauerland hat am Freitag in Newark/New Jersey im Betrugsprozess gegen Funktionäre des Internationalen Boxverbandes IBF ausgesagt und zugegeben, 100.000 US-Dollar für einen Rückkampf 1995 zwischen seinem Schützling Axel Schulz und dem damaligen Schwergewichtsweltmeister George Foreman gezahlt zu haben.
Die Zeugenaussage untermauert die Anklage, nach der IBF-Offizielle in den vergangenen zehn Jahren mindestens 338.000 US-Dollar für die Bewilligung von attraktiven Boxkämpfen illegal kassiert haben sollen.
Sauerland gab zu, die Summe IBF-Gründer Robert W. Lee im Juni 1995 in einem Hotelzimmer in Las Vegas übergeben zu haben. "Ich war zwar schockiert, dass die IBF Geld für eine ansonsten übliche Revanche haben wollte, stand aber unter dem Druck, dass man in Deutschland diesen Kampf unbedingt sehen wollte", so der Kölner Promotor, der zu Protokoll gab: "Ich wusste, dass ich damit das Gesetz breche."
Im ersten Titelkampf hatte Schulz gegen Foreman im April 1995 nach einem umstrittenen Punkturteil verloren. Bevor es zur Revanche kommen konnte, legte Foreman allerdings seinen IBF-Gürtel nieder. Schulz erhielt stattdessen einen Titelkampf gegen Michael Moorer, den er ebenfalls verlor.
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