Olympia-Qualifikation in der Endphase: Boxen: Deutsches Duo in der Pflicht
zuletzt aktualisiert: 06.03.2000 - 13:02Schwerin (dpa). Europameister Kay Huste ist in Zugzwang. Deutschlands höchstdekorierter aktiver Amateur-Boxer muss bei der sechsten Olympia-Qualifikation ab Dienstag in Halle/Saale seine erste und vielleicht einzige Chance nutzen, um noch auf den Olympia-Zug aufzuspringen. "Nachdem die Fahrkarte in meinem angestammten Limit vergeben ist, will ich mich nun im Halbweltergewicht durchsetzen", bekräftigte der 25-jährige Frankfurter seine Ambitionen vor dem sechstägigen Kräftemessen bei der 28. Auflage des Chemiepokals.
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Huste war als deutsche Nummer eins im Leichtgewicht im vergangenen Jahr vom Hallenser Norman Schuster verdrängt worden, und der hatte sich seine personengebundene Olympia-Fahrkarte gleich im ersten Anlauf gesichert. Daraufhin stieg der Schützling von Trainer Karl- Heinz Krüger ins Halbweltergewicht auf, musste dort aber die "Schützenhilfe" vom WM-Dritten Ali Ahraoui (Wiesbaden) und vom deutschen Meisters Özcan Catikkas (Leverkusen) bemühen. Beide scheiterten bei ihren Versuchen bereits vor dem Erreichen der zur Qualifikation erforderlichen Finals.
Neben Kay Huste tritt in Halle mit Halbschwergewichtler Mathias Kempe ein weiterer deutscher Boxer an, um das deutsche Olympia- Kontingent von bisher sieben aufzustocken. Der erst 19-jährige Junioren-Weltmeister aus Berlin nahm bisher zwei Mal vergeblich Anlauf. In den anderen vier für den Chemiepokal ausgeschriebenen Klassen haben die Deutschen ihre Olympia-Fahrkarten bereits in der Tasche. "Das war zu diesem Zeitpunkt nicht unbedingt zu erwarten", konstatierte Paul Forschbach (Ernsgaden), Sportwart des Deutschen Amateur-Boxverbandes (DABV), nach sechs von insgesamt acht Ausscheidungen. Vor vier Jahren hatten acht deutsche Amateure die Qualifikation für das Olympia-Turnier in Atlanta geschafft.
Da in Halle zudem in sechs weiteren Gewichsklassen Qualifikationen für die Europameisterschaften im Mai in Tampere auf dem Programm stehen, rechnen die Organisatoren mit einem Mammutprogramm bisher kaum gekannten Ausmaßes. "Wir erwarten 262 Boxer aus 37 Nationen. Eine Box-Veranstaltung in einer ähnlichen Größenordnung hat es in Halle zuletzt 1977 zur Europameisterschaft gegeben", sagt Manfred Jost, Präsident des Landes-Amateur-Boxverbandes Sachsen-Anhalt. Daraus resultieren Kosten in Rekordhöhe von etwa einer halben Million Mark.
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