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"Klitschko war gestern"
Box-Champ Joshua strebt neue Zeitrechnung an

Joshua feiert Titelverteidigung gegen Klitschko
Joshua feiert Titelverteidigung gegen Klitschko FOTO: ap, TH
Box-Weltmeister Anthony Joshua will mehr sein als der Typ, der Klitschko in Rente geschickt hat. Vor seiner Titelverteidigung gegen den Franzosen Carlos Takam denkt der 28-Jährige wesentlich weiter.

Die K-Frage kann Anthony Joshua nicht mehr hören. "Irgendwann muss man die Klitschko-Sache auch beiseitelegen. Das war gestern und jetzt ist jetzt", sagte der Schwergewichts-Weltmeister vor seiner Titelverteidigung gegen den Franzosen Carlos Takam am Samstag (23.10 Uhr/RTL) in Cardiff.

Na klar, der Triumph gegen die Box-Ikone Wladimir Klitschko hat Joshua im April über Nacht weltweit berühmt gemacht. Nur deswegen überträgt RTL seinen nächsten Fight im frei empfangbaren deutschen Fernsehen. Doch der 28-Jährige muss nun dem Status des Klitschko-Killers entwachsen. IBF-Weltmeister und WBA-Superchampion ist Joshua bereits - doch mehr geht immer.

"Ich bin sehr, sehr hungrig - trotz all der Gürtel, die ich bereits habe. Und es ist mir ganz wichtig, dass ich mit beiden Füßen auf dem Boden bleibe und nicht abhebe, weil ich jetzt Weltmeister bin", sagte Joshua. Eigentlich wollte der gelernte Maurer seine Gürtel gegen den starken Bulgaren Kubrat Pulew aus dem Stall des deutschen Promoters Kalle Sauerland verteidigen. Der fiel aber mit einer Schulterverletzung aus.

Dass er sich nun innerhalb kürzester Zeit auf den so gut wie unbekannten Takam einstellen musste, störte Joshua nicht: "Auch wenn ich eigentlich auf Pulew vorbereitet war, spielt der Stil des neuen Gegners keine besondere Rolle. Mein Trainer und ich richten uns in der Vorbereitung nie auf die anderen aus, sondern stets auf mich und meine Fähigkeiten, mit jeder Situation fertig zu werden."

"Der Kopf dieses Kerls ist aus Zement"

Mit einem schnellen K.o. rechnet Joshua trotz haushoher Favoritenrolle nicht. "Ich denke, wir werden über zehn, zwölf Runden gehen, weil der Kopf dieses Kerls aus Zement ist", sagte er bei Sky Sport News. Gut möglich also, dass Joshuas 20. Profikampf der erste ist, der über die Runden geht. Im Vorjahr hatte Takam WBO-Weltmeister Joseph Parker (Neuseeland) gar am Rande einer Niederlage gehabt.

Der Rahmen für das Duell mit Takam ist in jedem Fall weltmeisterlich. Das Principality Stadium in Cardiff ist laut Joshuas Promoter Eddie Hearn mit 78.000 Zuschauern ausverkauft, Ansager-Legende Michael Buffer wurde aus Los Angeles eingeflogen, und über 160 Länder übertragen den Fight live. Die sportlich ganz großen Kämpfe sollen für Joshua dann im kommenden Jahr folgen.

Da der zurückgetretene Klitschko nicht für einen Rückkampf zur Verfügung steht, sind WBC-Weltmeister Deontay Wilder aus den USA, Parker oder Skandal-Boxer Tyson Fury mögliche Kontrahenten. Letzterer hatte Anfang Oktober per Twitter drei Kämpfe für das kommende Jahr und sein Comeback für April angekündigt, woraufhin Joshua in einem Radiointerview angegeben hatte, einer der Gegner zu sein. "Anthony will sich alle WM-Gürtel holen und wird deshalb gegen jeden antreten", sagte Hearn. Doch erstmal muss er Takam schlagen.

(sid)
 
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