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Nach erfolgreicher Titelverteidigung
Brähmer wünscht sich Mega-Kampf gegen Sturm

Jürgen Brähmer - Eduard Gutknecht
Jürgen Brähmer - Eduard Gutknecht FOTO: dpa, bwu
Neubrandenburg. Jürgen Brähmer brachte sich bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung gegen Ersatzgegner Eduard Gutknecht fast um den Lohn. Der nächste Gegner soll wieder ein Hochkaräter sein.

Jürgen Brähmer reckte etwas müde die Siegerfaust in die Höhe, ging an die Ringseile und ließ sich von den Fans feiern. Beim Punktsieg gegen Ersatzgegner Eduard Gutknecht hatte sich der Box-Champ durch seine offene Deckung am Ende fast noch um den Lohn gebracht. Der 37-Jährige kündigte weitere Fights an, zumal ihn seine bessere Hälfte dieses Mal nicht zum Aufhören auffordern konnte.

"Ich glaube, meine Frau schläft schon", sagte Brähmer nach dem einstimmigen Punktsieg (116:11, 116:111, 118:110) vor laufender TV-Kamera. Wenn man zwei kleine Kinder habe, "ist man um diese Zeit nicht mehr wach", meinte der Familienvater. Zum sechsten Mal in Folge verteidigte der 37-Jährige seinen Halbschwergewichts-Titel der WBA, seit sieben Jahren ist der Schweriner unbesiegt.

Und es sollen weitere Siege folgen. Zum nächsten Kampf wünschte sich Brähmer Supermittelgewichts-Champ Felix Sturm (Leverkusen) vor die Fäuste. Womöglich am Hamburger Rothenbaum, wo sonst Tennis gespielt wird. Brähmer würde für den Mega-Kampf auch Gewicht machen. "Der Fight wäre für ganz Europa interessant", meinte der technisch starke Rechtsausleger.

Sechs Runden beherrschte Brähmer vor knapp 5000 Besuchern in Neubrandenburg "Eddy" Gutknecht, der kurzfristig für den formschwachen Südafrikaner Thomas Oosthuizen eingesprungen war. Der Champ ließ seine blitzschnellen Kombinationen fliegen und lag nach vier Runden mit 66:52-Treffern vorne. "Ich wollte zeigen, dass ich noch hungrig bin", sagte der gebürtige Stralsunder bei seinem 48. Sieg im 50. Profikampf.

Dann aber nahm der Fight eine Wendung. Brähmer schaltete in der siebten Runde gleich zwei Gänge zurück. "Ich habe plötzlich wieder leichte Schmerzen in der linken Hand gespürt", verriet der frühere Junioren-Weltmeister nachher. Gleichzeitig öffnete er unnötigerweise die Deckung und lud den gebürtigen Kasachen zu Treffern ein.

In der neunten Runde klaffte eine tiefe Wunde an Brähmers linkem Auge. Ein Kopfstoß von Gutknecht hatte sie bewirkt. Der Herausforderer witterte seine Chance und zeigte seinen besten Durchgang. "Wenn das abgebrochen wird, liegst du vielleicht hinten", sagte Sat.1-Experte Axel Schulz über Brähmers heikle Situation.

Doch dank seiner Erfahrung und eines Punktabzuges bei Gutknecht wegen wiederholten Runterdrückens des Gegners brachte Brähmer den Sieg über die Zeit. "Jürgen war in den ersten Runden extrem stark, ich ein bisschen übermotiviert. Das hat Kraft gekostet, die mir hinten raus fehlte", sagte der 33 Jahre alte Gutknecht, für den die große Karriere mit WM-Kämpfen vorbei sein dürfte.

Brähmers Manager Kalle Sauerland war zufrieden. "Das war ein harter, guter Kampf über zwölf Runden. Eddy stand kurz vor einem Niederschlag", sagte der Promoter. Sauerland brachte weitere Gegner für die nächsten Kämpfe ins Spiel. So stehe ein Fight gegen Ex-Weltmeister Nathan Cleverly aus Wales ganz oben auf der Liste. "Der Kampf kommt irgendwann auf jeden Fall", versprach Sauerland.

(sid)
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