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Niederlage gegen Daser
Afolabis Leistung sorgt für Entsetzen bei den Box-Fans

Daser schlägt Afolabi in Skandal-Kampf
Daser schlägt Afolabi in Skandal-Kampf FOTO: dpa, ahe pat
Hamburg. Der Russe Michalkin hat für eine erfreuliche Premiere im Hamburger Boxstall von Promoter Ceylan gesorgt. Dagegen war der Hauptkampf mit Daser und Afolabi in den Augen vieler Beobachter eine Frechheit.

Der Hamburger Boxstall EC Boxing hat seinen ersten Weltmeister. Der Russe Igor Michalkin gewann am Freitagabend in Hamburg den Halbschwergewichts-Titel der IBO gegen Ex-Weltmeister Thomas Oosthuizen aus Südafrika einstimmig nach Punkten (118:109, 118:110, 118:110). "So kann es weitergehen. Das wird nicht mein letzter Weltmeister sein", sagte Promoter und Manager Erol Ceylan. Der in Hamburg aufgewachsene 45 Jahre alte Türke betonte: "Für mich kann es nicht schnell genug gehen. Ich brauche mehr Weltmeister."

Zwar hat die IBO nicht die Reputation der vier anderen etablierten Weltverbände (WBA, WBC, IBF, WBO), Ceylan schließt einen Titelvereinigungskampf mit einem anderen Champion aber nicht aus. Michalkin und Oosthuizen lieferten sich ein mitreißendes Duell vor 5500 Zuschauern in der Barclaycard-Arena. "Das war eine Augenweide. Das war ein Weltklassekampf", schwärmte Ceylan.

Ganz im Gegensatz zu dem als Hauptkampf ausgerufenen Duell im Cruisergewicht zwischen dem Münchner Mario Daser und Ex-Weltmeister Ola Afolabi. Die Auseinandersetzung fand ein schnelles Ende und war letztlich eine Farce. Als der Brite in der dritten Runde das zweite Mal nach Körpertreffern angezählt wurde, warf sein Trainer das Handtuch: technischer K.o. Daser, der zuvor hauptsächlich in Bierzelten geboxt und seine zwölf Kämpfe gegen drittklassige Gegner allesamt gewonnen hatte, ist damit internationaler IBO-Champion.

Entsetzen herrschte über die Leistung des einstigen Weltklasseboxers Afolabi. "Das war die schlechteste Vorstellung meiner Karriere", gestand der unmotiviert wirkende Ex-Champion. "Jetzt ist Schluss." Angeblich habe er sich im Sparring eine Rippe gebrochen. In den vergangenen 14 Tagen soll er gar nicht trainiert haben. Vor Wochen, so hieß es, betrug sein Übergewicht rund 15 Kilogramm. Noch beim Wiegen einen Tag vor dem Kampf hatte er 1,8 Kilo zu viel und musste diese in Windeseile abschwitzen. Im vergangenen Jahr hatte der 37 Jahre alte Afolabi seine Karriere beendet, ließ sich aber für ein lukratives Comeback überreden.

"Der hat mich unterschätzt", meinte der völlig erschöpfte Daser, der nach dem Abbruch um Atem ringend in den Seilen hing. "Ich habe zu viel Druck gemacht, wollte dem Publikum was zeigen. Aber ich hatte noch Puste." Sein Gegner habe sich nicht so präsentiert, wie er das erwartet habe, erklärte der 28 Jahre alte Immobilien-Millionär. "Ich habe die Physis, habe den Mut, aber ich muss üben", sagte der boxerisch limitierte Sieger.

Daser will jetzt eine Pause einlegen. Dann, so bot er an, könnten die Medien entscheiden, wer sein nächster Gegner werden soll. "Aber es muss ein Name sei", betonte Daser und verkündete seinen Plan: "Ich will Boxen attraktiver machen."

(dpa)
 
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