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WM-Kampf in Amerika
Huck spuckt große Töne: "Lust, Leuten die Zähne rauszuschlagen"

Marco Huck - Mirko Larghetti
Marco Huck - Mirko Larghetti FOTO: dpa, cul jhe
Marco Huck spuckt vor seiner Premiere in den USA gewohnt große Töne. Mit seinem Gegner Krzysztof Glowacki will der Box-Weltmeister im Cruisergewicht "den Boden aufwischen".

Unter mangelndem Selbstbewusstsein litt Marco Huck noch nie. "Ich habe die Angst in seinen Augen gesehen. Ich werde mit ihm den Boden aufwischen", kündigte der Box-Weltmeister nach dem branchenüblichen "Stare Down" mit dem Polen Krzysztof Glowacki an. Der Cruisergewichtler verteidigt in der Nacht zu Samstag (2.30 Uhr/Sky) seinen WBO-Gürtel erstmals in den USA - und feiert dabei auch eine Premiere als sein eigener Promoter.

"Die meisten denken ja: Ohne Trainer Ulli Wegner geht es den Bach runter mit mir. Da muss ich jetzt einigen Leuten das Maul stopfen", sagte Huck der Sport Bild. Der 30 Jahre alte Wahl-Berliner steht nach der Trennung vom Sauerland-Boxstall im Vorjahr nun auf eigenen Füßen und hat im Amerikaner Don House zudem einen neuen Coach gefunden. Zuvor war er seit 2004 von Wegner betreut worden.

Ganz freiwillig verlief die Trennung von der charismatischen Trainerlegende jedoch nicht. "Sauerland hat mir definitiv Steine in den Weg gelegt. Ich habe Wegner alles zu verdanken, er ist eine Vaterfigur für mich", sagte Huck im Interview mit spox.com: "Erst schien es nach meinem Abschied möglich, dass ich weiter bei ihm bleibe, dann hat sich die Situation jedoch geändert."

Mittlerweile hat sich Huck damit abgefunden und absolvierte die Vorbereitung eben nicht mehr wie üblich mit Wegner im idyllischen Kienbaum im Berliner Umland, sondern mit House in der Spielermetropole Las Vegas. Eine "Zertrümmerungsmaschine" nannte sich Huck selbst unlängst nach Abschluss des Trainingslagers und unterstrich seine Vorfreunde auf die nächsten Kämpfe: "Ich habe immer noch Lust, ein paar Leuten die Zähne rauszuschlagen."

Sein nächstes Opfer soll der ein Jahr jüngere Glowacki werden. In 24 Kämpfen kassierte dieser bislang noch keine Niederlage und gewann 15-mal durch Knock-out. Huck strebt in seinem 42. Profikampf trotzdem den 39. Sieg an. "Viele haben schon große Töne gespuckt, aber keiner konnte seine Versprechen halten. Ich bin einer der wenigen, der auch immer genau das tut, was er im Vorfeld sagt", betonte der gebürtige Serbe.

Mit dem Kampf im Prudential Center von Newark im Bundesstaat New Jersey unweit von New York erfüllt sich für Huck ein Traum. Seit er das erste Mal in den Ring stieg, wollte der Linksausleger in den Vereinigten Staaten boxen. Eine Ellenbogen-Verletzung zwang ihn zuletzt zu einer langen Pause, seinen Gürtel verteidigte er am 30. August 2014 in Halle/Westfalen zum bislang letzten Mal gegen Mirko Larghetti (Italien) und siegte einstimmig nach Punkten.

Mit Huck Sports Promotion hat er sich mittlerweile selbstständig gemacht und verfolgt weiterhin hohe Ziele. Der größte Traum bleibt ein WM-Kampf gegen Wladimir Klitschko und der damit verbundene dauerhafte Wechsel ins Schwergewicht. "Ich will dieses Duell, er anscheinend weniger. Er geht mir jedenfalls aus dem Weg", sagte Huck. Trotz unzähliger Provokationen ist ein Duell für Schwergewichts-König Klitschko weiterhin kein Thema.

(sid)
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