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"Ich sage die Wahrheit"
Pacquiao legt gegen Homosexuelle nach und beruft sich auf Gott

Manny Pacquiao hetzt mit Bezug auf Gott erneut gegen Homosexuelle
Manny Pacquiao hat beim Training in Manila einmal mehr gegen Homosexuelle gehetzt. FOTO: afp, TA/RAB
Manila. Nur zwei Tage nach seiner Entschuldigung für beleidigende Aussagen über Homosexuelle hat der philippinische Box-Held Manny Pacquiao unter Berufung auf Gott nachgelegt. "Was ich sage, ist richtig. Ich sage einfach nur die Wahrheit – das, was in der Bibel steht", sagte der 37-Jährige beim Training in seiner Heimatstadt General Santos.

In einem Interview mit dem lokalen Sender TV5 hatte Pacquiao zuletzt gesagt, Homosexuelle seien "schlimmer als Tiere. Die Tiere sind besser. Sie kennen den Unterschied zwischen männlich und weiblich." Bei Twitter ruderte er schnell zurück und bat für den Vergleich um Verzeihung, an seiner grundsätzlichen Einstellung ändert das aber offensichtlich nichts.

Am Donnerstag zitierte Pacquiao via Instagram aus der Bibel, 3. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 13: "Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Greuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen", steht dort. Der Eintrag wurde inzwischen gelöscht, doch der philippinische Medienkonzern ABS-CBN verbreitete einen Screenshot.

Seine Aussagen hatten für Pacquiao bereits Folgen. Der Sportartikelhersteller Nike kündigte den Vertrag mit dem Boxer. "Wir empfinden die Kommentare als abscheulich", hieß es in einer Erklärung. Jason Collins, erster offen Homosexueller in der Basketball-Profiliga NBA, kritisierte Pacquiao scharf. "Ich habe allen Respekt vor dir verloren", schrieb Collins bei Twitter.

Auch US-Boxer Floyd Mayweather, der Pacquiao im vergangenen Jahr klar nach Punkten geschlagen hatte, hat kein Verständnis für dessen Meinung. "Wir sollten die Menschen ihr Leben leben lassen", wird Mayweather bei TMZ zitiert.

Pacquiaos Beleidigungen hatten bei Menschenrechtsgruppen und bekannten homosexuellen Persönlichkeiten auf den Philippinen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Auf der Inselgruppe mit rund 100 Millionen überwiegend katholischen Einwohnern haben Homosexuelle einen schweren Stand. Pacquiao hatte im Mai 2010 die Kongresswahlen in seiner Heimatprovinz Sarangani gewonnen und war damit ins Parlament eingezogen.

(seeg/sid)
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