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"Ich bin ein Krieger"
Selbst gebrochene Hand stoppt Huck nicht

Marco Huck - Dmytro Kucher: der Kampf
Marco Huck - Dmytro Kucher: der Kampf FOTO: dpa
Hannover. Marko Huck bleibt Box-Weltmeister. Er besiegte den ukrainischen Europameister Dmytro Kucher – und das trotz lädierter Hand. Aber das reicht dem Champion nicht. Er will mehr. 

Seine rechte Schlaghand ruhte bewegungslos vor ihm auf dem Tisch. Marco Huck versuchte immer wieder, die Finger zu bewegen, doch die Diagnose, die der Profiboxer selbst stellte, klang betrüblich. "Ich bin sicher, dass die Hand gebrochen ist", sagte der 32-Jährige. Die erste Diagnose bestätigte sich bei einer Untersuchung im Krankenhaus.

Dass der Cruisergerwichts-Weltmeister des wenig bedeutenden Weltverbands IBO dennoch lachen konnte, lag am Ergebnis. Trotz der in Runde vier erlittenen Blessur hatte er sich zu einem einstimmigen Punktsieg (119:109, 117:111, 117:111) gegen den ukrainischen Europameister Dmitro Kucher durchgebissen.

Arbeit mit neuem Trainer trägt Früchte

Und nicht nur das: Der in Serbien geborene Berliner hatte vor rund 6000 Besuchern in der TUI-Arena von Hannover eine Leistung gezeigt, die ihn einen Schritt voranbringen dürfte auf dem Weg zurück in die Weltspitze. Aus einer sicheren Deckung heraus hatte er die Angriffe des zähen und unermüdlich anrennenden Gegners unterbunden. Seine Gegenangriffe waren variabler als früher. Die Arbeit mit dem neuen Trainer Varol Vekiloglu, der Hucks Haudrauf-Stil zu mehr Kontrolle und Variabilität zu verändern sucht, hat erste Früchte getragen.

"Wenn die Verletzung nicht gewesen wäre, dann hätte das heute ein perfekter Kampf sein können", sagte Vekiloglu. Huck, der im August 2015 seinen WBO-Titel an den Polen Krzysztof Glowacki verloren hatte, zeigte sich "einfach nur endlos glücklich, dass ich es durchgezogen habe. Der Gegner hat mir alles abverlangt, aber am Ende habe ich gezeigt, dass ich ein Krieger bin", sagte der Champion, der im 44. Profikampf seinen 40. Sieg feiern durfte.

"Substanz und Kondition fehlte noch ein wenig, da muss er nochmal nachlegen", sagte die deutsche Box-Ikone Henry Maske dem Sport-Informations-Dienst (SID) in Hannover. Die Rückkehr an die Spitze traut er dem 32 Jahre alten Huck aber durchaus zu. "Er ist ja noch kein alter Herr", so Maske. Und auch Ex-Schwergewichts-Champ Wladimir Klitschko sagte: "Da kommt noch etwas bei ihm."

Gegner Kucher lobt Huck

Kucher bezeichnete Huck nach seiner zweiten Niederlage im 27. Kampf als "großartigen Champion. Ich habe nicht gemerkt, dass er sich verletzt hat, denn seine Rechte war über zwölf Runden sehr gefährlich", lobte der Ukrainer. "Er hat gezeigt, dass er seinen Plan umsetzen kann und ist einer der besten Boxer in dieser Gewichtsklasse."

Huck selbst ist überzeugt davon, dass er der Beste ist. Genau das will er, wenn seine Probleme mit der rechten Hand behoben sind, auch beweisen. Sein Ziel bleibt, die Titel aller vier bedeutenden Weltverbände zu vereinigen. Gegen welchen der drei Champions er beginnen will, ließ er allerdings offen. Der Russe Denis Lebedew trägt die Titel von WBA und IBF, der Brite Tony Bellew ist WBC-Weltmeister und der Ukrainer Oleksandr Usyk Champion der WBO.

"Mir ist es egal, gegen wen ich boxe. Wichtig ist nur, dass ich mich mit den Besten messen kann", sagte er. Sein Coach Vekiloglu meinte: "Wir befinden uns in der Champions League. Marco bewegt sich im Kreis der Weltspitze. Nun müssen wir abwarten, wen das Los als Nächsten trifft."

(can/dpa/sid)
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