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Box-Revanche gegen Tschudinow
Verabschiedet sich Sturm mit "Kracherkampf" in den Ruhestand?

Fotos: Felix Sturm - Fjodor Tschudinow
Fotos: Felix Sturm - Fjodor Tschudinow FOTO: dpa, fve
Felix Sturm will es noch einmal wissen. Am Samstag hat der 37 Jahre alte Supermittelgewichtler in seinem womöglich letzten Kampf die Chance, zum fünften Mal Weltmeister zu werden.

Seine besten Tage hat Felix Sturm hinter sich, doch ein leiser und unrühmlicher Abgang kommt für den ehemaligen Box-Champion nicht infrage. "Ich will noch einmal einen Kracherkampf abliefern", sagte Sturm der Sport Bild. Am Samstag steigt der 37-Jährige gegen Fjodor Tschudinow in Oberhausen (22.20 Uhr/Sat.1) zum womöglich letzten Mal in den Ring - für Sturm wird die Revanche gegen den Russen zum Schicksalskampf.

Mit seinem ersten Erfolg im WBA-Supermittelgewicht würde der gebürtige Leverkusener als erster deutscher Boxer zum fünften Mal den WM-Thron besteigen. Doch für Sturm steht mehr als der mögliche Rekord auf dem Spiel. Er kämpft um sein Vermächtnis als Boxer - und gegen alle Zweifler.

Knapp zweieinhalb Jahre ist es her, dass Sturm sich letztmals als Sieger im Ring feiern lassen durfte. Im Dezember 2013 rang er den Briten Darren Baker in Stuttgart nieder, seither folgten Niederlagen gegen Sam Soliman (Australien) und Tschudinow sowie ein zumindest umstrittenes Unentschieden gegen Robert Stieglitz.

Robert Stieglitz - Felix Sturm FOTO: afp, tk//rix

Besonders die jüngste, überraschende Pleite gegen Tschudinow im Mai 2015 hinterließ Spuren. Sturm, dem es nie an Selbstvertrauen mangelte, haderte mit sich, bis in den August vergangenen Jahres dachte er ans Aufhören. "Ich hatte mit dem Boxen abgeschlossen", sagte er. Erst intensive Gespräche mit seiner Familie hätten ihn umgestimmt und zu der Überzeugung gebracht: "So kann ich nicht abtreten."

Und so begann für Sturm die Schinderei in der Vorbereitung aufs Neue. Sturm entfloh dem Kölner Trubel, stattdessen arbeitete er im Panorama der Kitzbühler Alpen an seiner Kondition. Das Ergebnis stellt ihn zufrieden, zudem setzt Sturm auf seine Erfahrung. "Und das Feuer brennt immer noch in mir", sagte Sturm.

Doch was, wenn all die Mühen umsonst waren? Wenn sich der in 14 Profikämpfen noch ungeschlagene und acht Jahre jüngere Tschudinow erneut als zu hohe Hürde erweist? Das Karriereende wäre wohl unvermeidbar. "Im Normalfall schon", sagte Sturm, "aber in meinem Kopf ist nur Platz für einen Sieg. Doch auch bei einem Sieg kann es sein, dass ich sage, danke, das war's. Ich weiß es nicht. Ich werde auf mein Bauchgefühl hören."

Das ist Felix Sturm FOTO: AP

Was bliebe, wäre die Erinnerung an einen technisch versierten Boxer, der in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren zu den prägenden Figuren seiner Sportart zählte und es bis auf die Bühne des legendären MGM Grand Hotel in Las Vegas schaffte. Im Juni 2004 hatte er hier gegen Oscar de la Hoya die erste Niederlage seiner Profilaufbahn kassiert, eine, "die keine war", resümierte Sturm in der Berliner Morgenpost. Im Nachhinein hätte sie ihn jedoch in der ganzen Welt bekannt gemacht.

Am Samstag will sich Sturm der Box-Welt noch einmal ins Gedächtnis rufen.

(sid)
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