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Batman und Gladiatorenhelm
Die Eklats um Box-Weltmeister Wladimir Klitschko

Batman und Gladiatorenhelm: Die Klitschko-Eklats
Batman und Gladiatorenhelm: Die Klitschko-Eklats FOTO: dpa, ar mr
Düsseldorf. Die Pressekonferenz in London wird Wladimir Klitschko wohl nie vergessen. Vor dem Kampf gegen Tyson Fury am 24. Oktober in der Düsseldorfer Esprit-Arena kam der Herausforderer im Batman-Kostüm – und lieferte sich eine Rauferei mit einem als Joker verkleideten Mann. Es war nicht der erste skurille Moment in Klitschkos Karriere, den einer seiner Gegner erzeugte. Von Stephan Seeger

Im Anschluss an seinen fulminanten Auftritt zog Fury sein Batman-Kostüm aus und stand plötzlich im feinen Zwirn mit Krawatte vor Klitschko. "Ich kann es nicht erwarten. Willkommen in meiner Stadt", sagte der 2,06 m große Box-Riese und lederte los: "Es ist meine persönliche Mission, das Boxen von einer so langweiligen Person, wie du es bist, zu befreien. Wenn ich Dir zuhöre, schlafe ich ein. Du hast das Charisma einer Unterhose."

Klitschko versuchte angesichts der großen Aufregung im Saal keine Miene zu verziehen und blieb ruhig. "Ich habe noch nie eine so unterhaltsame Pressekonferenz erlebt", sagte der Champion der WBA, WBO und IBF mit einem Schmunzeln und kündigte an: "Ich fühle mich gut, noch nicht großartig. Aber ich habe die härteste Vorbereitung absolviert, die ich jemals vor einem Kampf hatte."

Klitschkos Lieblings-Provokateur ist allerdings ein anderer. Immer dann, wenn es einen offiziellen Termin abseits des Kampfes gibt oder gab, war in den vergangenen Jahren stets Verlass auf Shannon Briggs. Der US-Amerikaner provozierte Klitschko, wo es nur ging. Briggs stürmte im November 2014 das offizielle Wiegen vor Klitschkos Kampf gegen Kubrat Pulew mit einem Gladiatorenhelm auf dem Kopf, die Kameras hielten diesen Moment natürlich fest. Mit nacktem Oberkörper wollte Briggs zwei Tage vorher das Pressetraining Klitschkos stürmen, eine Glasscheibe verhinderte aber Schlimmeres.

Fotos: Briggs stürmt Klitschko-Wiegen mit Gladiatorenhelm FOTO: dpa, dbo jai

Höhepunkt der Briggs'schen Provokationen war allerdings eine Verfolgungsjagd in Miami. Im Oktober 2014 lauerte Briggs Klitschko, der sich in Florida gerade beim Paddelboarding vergnügte, mit einem Motorboot auf und beschimpfte Klitschko aufs Übelste. Der 42 Jahre alte Briggs verursachte mit seinem Motorboot absichtlich kleine Wellen, die Klitschko von seinem Paddelboard werfen sollten. Briggs amüsierte sich köstlich und brüllte: "Überall wo du hingehst, gehe ich auch hin."

Doch nicht nur, wenn Wladimir Klitschko selbst im Ring steht, kommt es zu Eklats. Vor dem WM-Kampf seines älteren Bruders Witail gegen Derek Chisora wurde Klitschko angespuckt, nach dem Kampf wurde er Zeuge einer Prügelei zwischen Chisora und David Haye.

Warum das Ganze? Wahrscheinlich versuchen Möchtegern-Herausforderer wie Briggs Aufmerksamkeit zu erzeugen, um so den Zuschlag für einen Kampf gegen Klitschko zu erhalten. Das Ergebnis ist dabei zweitrangig, am Ende gewinnt bislang sowieso immer der Ukrainer. So lange die Kasse stimmt, sind sich Briggs und Co. aber für nichts zu schade.

Batman Fury rauft mit dem Joker FOTO: dpa, ar mr

Eine Übersicht über die Eklats rund um Wladimir Klitschko sehen Sie hier!

(seeg)
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