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Niederlage in Düsseldorf
Klitschko leidet noch immer

Klitschko - Fury: der Kampf
Klitschko - Fury: der Kampf FOTO: dpa, ve
Dem entthronten Box-Weltmeister Wladimir Klitschko macht seine Niederlage gegen Tyson Fury auch mit etwas Abstand schwer zu schaffen.

"Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich verloren habe. Mann, ich leide", schrieb der Schwergewichtler am Montagmorgen bei Twitter.

Klitschko hatte am Samstag in Düsseldorf überraschend seine WM-Gürtel der Verbände WBA, WBO und IBF an den Herausforderer aus England verloren. Für den 39-jährigen Ukrainer war es die erste Niederlage nach mehr als elf Jahren. Klitschko erklärte kurz nach dem Fight, dass es "auf jeden Fall" einen Rückkampf geben werde.

Fury präsentiert seine neuen Gürtel FOTO: afp, PST/dec

"Wir werden uns in den nächsten Wochen zusammensetzen und in Ruhe überlegen, wie es weitergeht", sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte am Montag dem SID. Der entthronte Champion verbringt die nächsten Wochen über Weihnachten und Neujahr gemeinsam mit seiner Familie in Hamburg und Kiew.

Im Vertrag mit Fury gibt es eine Rückkampfklausel, die gezogen werden soll. Wie offenbar aus dem Fury-Lager verlautete, habe Klitschko bis Ende Januar Bedenkzeit. Ein Re-Match würde also vor dem Frühsommer nicht zustande kommen. Ein Ort wurde bislang noch nicht favorisiert, die Auswahl richtet sich nach den besten Gewinnaussichten beider Lager. Klitschkos Vertrag mit seinem TV-Partner RTL läuft noch über vier Kämpfe.

Andere Schwergewichtskämpfer reagierten erleichtert über die Wachablösung im Schwergewichtsboxen nach fast zehn Jahren. "Das ist das Beste, was dem Schwergewichtsboxen in den letzten Jahren passiert ist", meinte der englische Skandal-Boxer David Haye, der Klitschko das Karriereende empfahl. "Klit ist jetzt komplett fertig." Haye hatte im Sommer 2011 in Hamburg seinen WM-Kampf gegen Klitshcko verloren.

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Fury, von den Experten als chancenlos eingeschätzt, hatte den Kampf provozierend lässig beherrscht und den Weltmeister in der Arena vor 45.000 Zuschauern vorgeführt. Klitschko fand kein Mittel, er setzte kaum Treffer, fand nicht zu seinem Stil. Fury zeigte Mut, verhöhnte Klitschko phasenweise mit den Händen auf dem Rücken. Die Entscheidung der Punktrichter war einstimmig.

"Ich muss zugeben, dass Tyson Fury schneller und besser war", sagte der sichtlich gezeichnete Klitschko bei RTL: "Die Schnelligkeit hat mir gefehlt. Er war dagegen unglaublich flink, ich habe keine Schläge getroffen und konnte den richtigen Schlüssel nicht finden."

Zuletzt hatte Wladimir Klitschko 2004 gegen Lamon Brewster einen Kampf verloren, seitdem war er unangefochten. Sein einziger Gegner auf Augenhöhe wäre wohl sein großer Bruder gewesen, doch den wollte er niemals vor die Fäuste bekommen. Der 44-Jährige hatte schon 2013 seine Karriere beendet und den WBC-Gürtel niedergelegt.

Fotos: Verlobte tröstet unterlegenen Wladimir Klitschko FOTO: ap, FO
(can/sid)
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