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Boxen
Fury lästert über Champion Klitschko

Klitschko - Fury: Erstes Duell in der Düsseldorfer Arena
Klitschko - Fury: Erstes Duell in der Düsseldorfer Arena FOTO: ap
Düsseldorf. Die Dramaturgie solcher Pressekonferenzen ist immer gleich. Der Erste tritt ans Rednerpult und sagt, wie toll er ist. Dann kommt der Nächste und sagt, dass er noch toller ist. Zwischendurch kommen Adjutanten dazu, die auch sagen dürfen: alles toll. Von Gianni Costa

Im Schwergewicht ist kein Platz für Selbstzweifel, für ein jein. So ist es also auch an diesem Mittag in der mit einem Dach verschließbaren Esprit-Arena, als Wladimir Klitschko seinen nächsten Boxkampf vorstellt. Am 24. Oktober verteidigt der ukrainische Weltmeister seine Titel der Verbände WBO, WBA und IBF in Düsseldorf gegen den Briten Tyson Fury.

Klitschko dominiert die Szene seit Jahren. Und es haben sich in dieser Zeit schon einige vorgestellt, die ihn vom Thron stoßen wollten. Nun könnte allerdings tatsächlich jemand gefunden worden sein, der zumindest auch ein wenig sportliche Klasse verspricht. Das ist mehr, als die letzten Aspiranten mitgebracht haben. Die hatten nur eine große Klappe. Der Engländer jedoch blieb in allen 24 Profikämpfen ungeschlagen. Mit 2,06 Metern ist er acht Zentimeter größer als Klitschko, der 64 seiner 67 Profikämpfe gewann, davon 53 durch K.o.

In der Kategorie Außendarstellung hat sich der 26-jährige Fury schon einmal nachhaltig bei seinem 13 Jahre älteren Kontrahenten in Erinnerung gebracht. "Du bist langweilig, du bist alt, du bist nichts", sagt Fury. "Wenn ich schlafen gehe, sehe ich dein hässliches Gesicht, und ich träume davon, dich endlich umzuhauen. Du sprichst vielleicht 37 Sprachen, aber aus deinem Mund kommt nur Blablabla. Mich würde es nicht wundern, wenn du dir Botox ins Gesicht spritzt. Ganz Europa will dich verlieren sehen, und du wirst verlieren. Die Geschichte lügt nicht, alte Champions verlieren gegen die Jungen."

Klitschko hat schon einige solcher Vorträge gehört. "Bestätigt: Tyson Fury braucht einen Therapeuten", befindet er, als sein Kontrahent nach einem minutenlangen Monolog fertig ist, und nimmt damit Bezug auf ein Interview, in dem er dem Gegner eine entsprechende Behandlung im Ring angekündigt hatte. "Fäuste sprechen lauter als jeder Mund", hieß es da. Mindestens fünf weitere Kämpfe soll es noch geben. Diesen Vertrag hat Klitschko mit dem Fernsehsender RTL abgeschlossen.

Fury ist über die langfristige Planung ein wenig verwundert. "Eine Frage: Geht dieser TV-Deal nach deiner Niederlage dann an mich? Wenn Deutschland einen langweiligen Typen wie dich mag, dann werden sie mich lieben. Bastian Schweinsteiger ist gerade nach England gegangen, vielleicht sollte ich es in Deutschland versuchen", tönt der Herausforderer.

Eine gute Möglichkeit, seine Qualitäten auch im Ring zu zeigen, hat er ja jetzt am 24. Oktober.

Quelle: RP
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