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Klitschko - Fury wird zum Possenspiel
"Wladimir wird von ihm in Geiselhaft gehalten"

"Fetter" Fury provoziert Klitschko vor Rückkampf
"Fetter" Fury provoziert Klitschko vor Rückkampf FOTO: dpa, pr mr
Köln. Der für Ende Oktober geplante Rückkampf zwischen Wladimir Klitschko und Tyson Fury ist erneut abgesagt worden. Ob beide jemals gegeneinander in den Ring steigen werden, ist höchst fraglich.

Was als Fight des Jahres geplant war, wird zum unendlichen Possenspiel: Der mit riesigem Tamtam beworbene Rückkampf zwischen dem früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko und seinem Bezwinger Tyson Fury ist erneut abgesagt worden. "Medizinisch nicht in der Lage zu kämpfen" sei der Brite. Das ursprünglich für den 9. Juli geplante und wegen einer Verletzung Furys auf den 29. Oktober verschobene Schwergewichts-Duell in Manchester liegt auf Eis. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass es nie steigen wird.

"Ich bin total enttäuscht, dass Fury nun schon zum zweiten Mal den Kampf absagt. Ich befinde mich in einer Top-Verfassung und hätte mir meine WM-Gürtel in Manchester gerne zurückgeholt", sagte Klitschko, der im Olympiastützpunkt in Kiew für die Revanche geschuftet hat, am Samstag: "Ich habe, seit ich 1996 Profi geworden bin, noch nie so lange pausieren müssen." Dem 40-Jährigen droht nun sein erstes Jahr als Berufsboxer ohne einen einzigen Kampf.

Furys Lager hatte am Freitag mitgeteilt, dass "Tyson angesichts dieser Entwicklung am Boden zerstört" sei: "Medizinische Spezialisten haben erklärt, dass Tysons Zustand zu ernst ist, um an dem Fight teilzunehmen, und dass er vor einer Rückkehr in den Ring behandelt werden muss." Für Klitschko-Manager Bernd Bönte sind das Spielchen, und von denen hat er die Nase voll.

"Wladimir wird von ihm in Geiselhaft gehalten", sagte Bönte am Samstag: "Er will kämpfen, er trainiert, und mittlerweile ist der erste Kampf schon fast ein Jahr her." Bönte forderte von den zuständigen Boxverbänden, "eine Entscheidung bezüglich der Titel zu treffen - aber das ist nicht in unserer Hand. Wir hoffen, dass Wladimir bald wieder kämpfen kann." Wie die "Bild" berichtet, habe die KMG für den 10. Dezember die Hamburger Barclaycard-Arena reserviert. Ob dies mehr als eine Hintertür ist, scheint fraglich.

Fury zeigte sich im Sommer in verheerender Verfassung, tauchte auf Mallorca und bei einer Pressekonferenz als schmerbäuchige Karikatur eines Boxprofis auf - deutlich verbessert soll sich sein Fitnesszustand nicht haben. Zudem schwebt immer noch das Damoklesschwert einer Dopingsperre über dem 2,06-m-Hünen aus Manchester.

Wie die britische Anti-Doping-Agentur UKAD Anfang August mitteilte, wurde Fury am 24. Juni wegen der nachgewiesenen Einnahme einer Dopingsubstanz vorläufig gesperrt - am gleichen Tag sagte er den Kampf erstmals ab, offiziell wegen einer Knöchelverletzung. Die Sperre gegen Fury wurde später bis zu einer Anhörung vor dem Nationalen Anti-Doping-Ausschuss aufgehoben, so dass der Fight Ende Oktober hätte stattfinden können.

Fury soll schon Monate vor dem ersten Klitschko-Kampf am 28. November 2015 in Düsseldorf positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein. Geht alles mit rechten Dingen zu, wird Fury nach der Anhörung zeitnah aus dem Verkehr gezogen, die Titel des Briten wären vakant.

Noch misslicher ist die Lage derweil für Klitschkos Haus- und Hofsender RTL. Erst in dieser Woche war der für Samstag geplante Kampf von Marco Huck, dem zweiten RTL-Zugpferd, geplatzt, da sich Gegner Ovill McKenzie unpässlich fühlte. Nun folgte die zweite Klitschko-Absage. Die Zeiten für den kriselnden TV-Faustkampf werden nicht leichter.

(sid)
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