Paralympics in Salt Lake City: Braxenthaler und Schönfelder gewinnen viertes Gold
zuletzt aktualisiert: 16.03.2002 - 14:08Salt Lake City (rpo). Auch der schwierige Kurs beim Slalom konnte ihnen nichts anhaben. Die Paralympischen Goldjungs Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder holten ihr viertes Gold.
Die "Teufelskerle" von Snowbasin haben mit rasanten Fahrten den krönenden Schlusspunkt hinter ihre Auftritte bei den Paralympics gesetzt.
Zuvor hatten sie in der Abfahrt, im Super G und Riesenslalom triumphiert. Außerdem kamen die alpinen Rennläufer durch Michael Hipp (Rietheim-Weilheim) und Ludwig Wolf (Hamberg) zu einer Bronzemedaille. Die deutsche Mannschaft führt dadurch die Medaillenwertung nach 80 von 92 Entscheidungen mit 16 ersten, einem zweiten und 13 dritten Rängen an.
Einen Tag vor der Abschlussfeier der VIII. Paralympics ließen sich Schönfelder und Braxenthaler bei idealen Pistenbedingungen nicht die Show stehlen. Auch durch ein Missgeschick am Zielhang, das fast zum Sturz geführt hätte, geriet Schönfelder nicht aus der Spur zu seiner insgesamt zehnten Goldmedaille bei vier Paralympics-Teilnahmen. "Ich hatte großes Glück. Ich bin auf der letzte Rille gefahren und konnte die kritische Situation noch mit der Ferse bereinigen", sagte der schulteramputierte Athlet. Der in der Schadensklasse 3,5/7,9 startende Bayer gewann nach zwei Läufen mit einer Gesamtzeit von 1:28,96 Minuten Minuten vor Arno Hirschbühl (Österreich/1:30,30).
Eine Stunde nach Schönfelder wedelte auch Braxenthaler auf seinem Monoski durch den Stangenwald wie ein echter Champion. Der querschnittsgelähmte Traunsteiner siegte mit einer Gesamtzeit von 1:23,67 Minuten wie in den anderen drei Wettbewerben souverän vor dem Schweden Ronny Persson (1:28,68). "Es lief alles optimal. Ich bin wieder volles Risiko gefahren. Jetzt wird nur noch gefeiert, und dann geht es heim", sagte der in der Schadensklasse 10 startende Ski-Künstler.
Nicht weniger als die "Gold-Jungs" freute sich Michael Hipp über seinen dritten Platz. Für den Nestor des deutschen Teams erfüllte sich "ein Traum. Von meinem allerletzten Rennen wollte ich unbedingt eine Medaille mitbringen", sagte der 38 Jahre alte Verwaltungsangestellte aus Schwaben. Der oberschenkelamputierte Allrounder (Schadensklasse LW 2) erlebte in der Mormonen-Metropole seine siebten Paralympics. Das erste Mal stand er 1980 im norwegischen Geilo im Team. Der Abfahrts-Weltmeister von 1996 gewann bei den Paralympics insgesamt eine Silber- und zwei Bronzeplaketten.
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