Tennis in Halle/Westfalen: Burgsmüller unterliegt Santoro
zuletzt aktualisiert: 15.06.2001 - 21:13Halle/Westfalen (rpo). Erstmals seit 1998 findet das Halbfinale beim ATP-Rasenturnier in Halle/Westfalen ohne deutsche Beteiligung statt. Als letzter der sechs gestarteten deutschen Tennis-Profis schied am Freitag der Essener Lars Burgsmüller bei der mit einer Million Dollar dotierten Veranstaltung aus.
Der 25-Jährige, der in der Weltrangliste an Position 52 geführt wird, unterlag in der Runde der besten Acht dem gleichfalls ungesetzten Franzosen Fabrice Santoro mit 6:7 (3:7), 4:6.
"Ich bin schon enttäuscht, ich hatte mir in diesem Match einiges erhofft. Ich habe nicht schlecht gespielt, aber es hat nicht gereicht", sagte Burgsmüller, der trotzdem ein positives Fazit zog: "Das Erreichen des Viertelfinales ist ein gutes Ergebnis." Vor Burgsmüller waren am Donnerstag Vorjahres-Gewinner David Prinosil und Nicolas Kiefer gescheitert. Burgsmüller kann sich mit 27.970 Dollar Preisgeld trösten, Santoro hat für das Erreichen der Vorschlussrunde bereits 48.000 Dollar sicher. Im Halbfinale trifft Santoro auf den Schweizer Roger Federer oder den an Nummer zwei gesetzten Patrick Rafter (Australien).
Burgsmüller, der lediglich mit einer Wildcard in das 32-er Hauptfeld gerückt war, hielt nach seinen Erfolgen in Runde eins gegen den Franzosen Cyril Saulnier und im Achtelfinale gegen dessen Landsmann Jerome Golmard mit dem unorthodox agierenden Santoro sehr gut mit. Vor 12.600 Zuschauern im fast ausverkauften Gerry- Weber-Stadion gestaltete der wie immer ruhig und besonnen wirkende Deutsche das Match ständig offen und musste sich erst im Tiebreak des ersten Durchgangs mit 3:7 geschlagen geben.
Doch bei Burgsmüller wechselten mit zunehmender Spieldauer Licht und Schatten. Vor allem Über-Kopf-Bälle und Volleys bereiteten dem gebürtigen Mülheimer zunehmend Probleme. Im zweiten Satz ging der Deutsche 1:0 in Führung, konnte danach bei 40:30 und beim Stand von 3:2 zwei wertvolle Breakchancen aber nicht nutzen. Santoro nahm dem Deutschen dessen Aufschlag zum 4:3 ab, als Burgsmüller einen Doppelfehler produzierte. Nach 101 Minuten verwandelte der Franzose seinen zweiten Matchball.
Im bislang einzigen Duell mit dem in Tahiti geborenen 28-jährigen Franzosen hatte Burgsmüller beim Turnier in Doha im Jahr 2000 schon eine Niederlage hinnehmen müssen.
Der topgesetzte Jewgeny Kafelnikow hat als dritter Spieler nach Fabrice Santoro und Patrick Rafter das Halbfinale erreicht. Der zweimalige Turnierchampion aus Russland bezwang in einem Tiebreak-Thriller den Franzosen Nicolas Escude mit 6:7 (2:7), 7:6 (7:3), 7:6 (7:4) und trifft am Samstag in der Vorschlussrunde auf Thomas Johansson, der seinen schwedischen Landsmann und Kiefer-Bezwinger Jonas Björkman mit 6:4, 6:2 stoppte.
Das erste Halbfinale am Samstag (13.30 Uhr) der mit einer Million Dollar dotierten Veranstaltung bestreiten Fabrice Santoro (Frankreich) und der an zwei gesetzte Wimbledon-Finalist Patrick Rafter (Australien). Rafter setzte sich in einer spannenden und hochklassigen Auseinandersetzung gegen den Schweizer Roger Federer mit 4:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:4) durch und wehrte dabei im zweiten Satz einen Matchball ab.
Queens: Sampras und Hewitt im Halbfinale
Nach "Doppel-Schichten" am Freitag stehen sich der Amerikaner Pete Sampras und der Australier Lleyton Hewitt beim mit 800.000 Dollar dotierten ATP-Turnier im Londoner Queen?s Club am Samstag im Halbfinale gegenüber. In der zweiten Vorschlussrunden-Begegnung trifft Lokalmatador Tim Henman auf den Südafrikaner Wayne Ferreira.
Der siebenmalige Wimbledon-Sieger Sampras gewann zunächst sein am Donnerstag wegen Regens unterbrochenes Drittrundenspiel gegen den Niederländer Jan Siemerink mit 6:3, 6:4 und setzte sich anschließend auch gegen seinen Landsmann Jan-Michael Gambill mit 7: 6 (7:1) und 7:5 durch. Titelverteidiger Hewitt ließ einem 6:3, 6: 2-Erfolg über Byron Black (Simbabwe) ein 6:4, 6:4 gegen den Briten Greg Rusedski folgen.
In den beiden weiteren Viertelfinal-Partien setzte sich Henman mit 7:6 (7:4), 6:3 gegen Paradorn Srichaphan (Thailand) durch und Ferreira schlug den Niederländer Peter Wessels mit 6:3, 7:5
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