Secchiari meistert Soloritt: Camenzind in "Gold" zur Schluss-Etappe
zuletzt aktualisiert: 21.06.2000 - 18:40Arosa (sid). Auch die letzte schwere Bergetappe der 64. Tour de Suisse hat Telekom-Ass Jan Ullrich mit Bravour gemeistert und damit seinen Formtest für die Frankreich-Rundfahrt mit Auszeichnung bestanden. Das am Dienstag von Ullrich eroberte Goldtrikot des Spitzenreiters im Gesamtklassement verteidigte der Schweizer Oscar Camenzind (Fotos) vor dem Schlusstag erfolgreich.
Das Teilstück über 150,3 Kilometer von St. Moritz nach Arosa gewann Solo-Akteur Francesco Secchiari (Italien) nach 3:47:59 Stunden mit 3:35 Minuten Vorsprung vor Italiens Meister Salvatore Commesso. Hinter Christian Heule (Schweiz/3:44) bot Sven Teutenberg (Mettmann/4:20) vom Team Gerolsteiner als Vierter eine großartige Leistung.
Den Sprint des Hauptfeldes mit den Favoriten entschied der Franzose Richard Virenque 8:21 Minuten zurück vor dem Italiener Dario Frigo und Camenzind für sich. Ullrich kam weitere 26 Sekunden dahinter ins Ziel.
"Heute habe ich keinen Druck gehabt. Ich konnte locker fahren", sagte der Merdinger, der in Begleitung seines Teamkollegen Giuseppe Guerini die letzte Steigung in Angriff genommen hatte. Den extremen Kampf der "Gruppe Camenzind" ums Goldtrikot überließ Ullrich den anderen.
Telekom-Teamleiter zufrieden
Rundum zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft ist Telekom-Teamleiter Rudy Pevenage, der nun mit seinem Chef Walter Godefroot die Qual der Wahl hat: "Die Nominierung der neun Fahrer für die Tour de France wird eine sehr schwere Entscheidung werden. Aber besser so, als im letzten Jahr mit den vielen Erkrankten und Verletzten - toi, toi, toi", sagte Pevenage. Am Donnerstagabend wird die Mannschaft bekanntgegeben.
Neun Tage vor dem Start der Tour de France standen den Fahrern am Mittwoch noch einmal zwei Anstiege der ersten Kategorie bevor, zunächst über den 2.383 Meter hohen Flüela-Pass und dann bis zur 1.739 Meter hoch gelegenen Bergankunft in Arosa.
An der Spitze etablieren konnten sich die Italiener Massimo Podenza und Francesco Secchiari, die 26 Kilometer vor dem Ziel als "letzte Mohikaner" einer ehemals zehnköpfigen Flüchtlingsgruppe rund elf Minuten Vorsprung vor dem Peloton hatten. Seine Chance auf den erhofften Tagessieg nahm Secchiari wahr und trat schließlich allein die Flucht nach vorn an. Trotz der 14-prozentigen Steigung im Finale war der Saeco-Profi nicht mehr aufzuhalten.
Radprofis trotzten Gluthitzte
Bei hochsommerlichen Temperaturen um 32 Grad machte der niederländische Rabobank-Rennstall Tempo. Beim Anstieg fiel das Feld auseinander, wobei Ullrich wie auch Camenzind meist in der ersten Spitzengruppe hinter den Ausreißern vertreten waren. Einen schweren Sturz in der Schlussphase erlitt der slowenische Neuprofi Tadej Valjavec.
Auf der Schlussetappe am Donnerstag fährt die Tour-Karawane ohne die "Aussteiger" Torsten Schmidt (Schwelm), Tobias Steinhauser (Schweidegg) und Jan Bratkowski (Nürngerg) die 177,9 Kilometer von Herisau bis zum Ziel in Baden. Auf den letzten 40 Kilometern des Rennens gibt es noch einen Bergpreis der dritten und zwei der vierten Kategorie.
ERGEBNISÜBERSICHT
9. Etappe (150,3 km von St. Moritz nach Arosa):
1. Francesco Secchiari 3:47:59 Stunden 2. Salvatore Commesso (beide Italien) + 3:33 Minuten 3. Christian Heule (Schweiz) + 3:44 4. Sven Teutenberg (Mettmann/Gerolsteiner) + 4:20 5. Massimo Podenzana (Italien) gleiche Zeit 6. Marc Wauters (Belgien) + 5:12 7. Stefan Rütimann (Schweiz) + 5:19 8. Matthias Buxhofer (Österreich) + 5:31 9. Massilmiliano Mori (Italien) + 7:22 10. Richard Virenque (Frankreich) 8:22 ... 13. Oscar Camenzind (Schweiz) gleiche Zeit 20. Jan Ullrich (Merdingen/Telekom) + 8:47
Gesamtwertung:
1. Camenzind 24:34:01 Stunden 2. Frigo + 14 Sekunden 3. Belli + 26 4. Montgomery + 1:42 Minuten 5. Ullrich + 2:07 6. Virenque (Frankreich) + 2:22
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











