Eklat beim Federation-Cup in Charlotte: Capriati aus dem US-Team verbannt
zuletzt aktualisiert: 27.04.2002 - 22:00Charlotte (rpo). Ein Disput zwischen Jennifer Capriati und Mannschaftsleiterin Billie Jean King hat einen Tag vor dem Beginn des Fed-Cupspiels gegen Österreich für einen Eklat und die Verbannung von Capriati aus dem US-Team gesorgt.
Weil sich die Australian-Open-Siegerin angeblich nicht an die Mannschaftsregel des vorgeschriebenen Teamtrainings halten wollte, musste sie gehen.
Da die Olympiasiegerin von 1992 schon für das zweite Einzel in der Nacht zum Sonntag gegen Evelyn Fauth nominiert war, ging der Punkt kampflos an Österreich. Zudem droht den US-Amerikanerinnen nun das Aus, da Monica Seles ihr Einzel gegen Barbara Schwartz überraschend mit 6:7 (7:9), 2:6 verlor. Nach diesem Auftaktspiel in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina trat die Amerikanerin Lisa Raymond zu einer Schaueinlage gegen Daniela Kix an. Den Platz von Capriati am Sonntag gegen Schwartz wird nun vermutlich Meghann Shaugnessy einnehmen.
Capriati fühlt sich unfair behandelt
"Jenny Baby" fühlte sich durch den Rausschmiss unfair behandelt: "Ich bin über diesen Rauswurf extrem bestürzt. Ich habe mich gefreut, für mein Land spielen zu dürfen und das als große Ehre empfunden", sagte die 26-jährige New Yorkerin, die angesichts der nahenden Aufgaben bei den French Open in Paris ein Zusatztraining mit ihrem Vater und Coach Stefano absolvieren wollte.
Das war jedoch nicht im Sinn von Billie Jean King: "Der Fed-Cup-Wettbewerb basiert auf Team-Play und die Regeln gelten gemäß dem Mannschafts-Konzept für alle Spielerinnen. Wir sind enttäuscht, dass Jennifer sich nicht an unsere Teampraktiken hält und daraus resultierend ausgeschlossen wurde. Wir wünschen ihr viel Erfolg bei ihren kommenden Aufgaben in Europa und eine erfolgreiche Titelverteidigung bei den French Open", sagte die Gewinnerin von insgesamt elf Grand-Prix-Titeln.
Die Entscheidung will Capritai so nicht gelten lassen: "Ich habe gegen die Mannschaftsregel protestiert, aber nie ein Privattraining absolviert, und glaube auch nicht, dass ich dem Team geschadet habe. Es ist unglaublich für mich, dass ich so streng bestraft werde, nur weil ich mich so gut wie möglich auf den Fed Cup und meine anderen Saisonziele vorbereiten wollte,", sagte die entrüstete Fed-Cupsiegerin von 2000.
Noch am Freitagabend verließen Jennifer und ihr Vater das Hotel und fuhren zum Flughafen. Für Billie Jean King kein Grund, an einen Sieg des topgesetzten US-Teams über Österreich zu zweifeln. In der zweiten Runde (20./21. Juli) würde der 17-malige Fed-Cupsieger auf Tschechien oder Kroatien treffen.
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