Nach dem schweren Unfall: Cart-Serie: Zanardi wird überleben
zuletzt aktualisiert: 17.09.2001 - 16:57Berlin (rpo). Der Italiener Alex Zanardi schwebt zwei Tage nach seinem schweren Unfall bei der Europa-Premiere der US-Cart-Serie auf dem EuroSpeedway Lausitz nach Auskunft der Ärzte nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Der 34-Jährige muss aber noch einige Tage auf der Intensivstation bleiben.
Dies bestätigte Prof. Walter Schaffartzik, der ärztliche Leiter des Unfall- Krankenhauses Berlin nach der am Montag vorgenommenen zweiten Operation der dpa. "Er befindet sich heute in einem stabileren Zustand als am Vortag. Die Wunden sind so zugeheilt, wie wir das erhofft hatten", erklärte Schaffartzik.
"Wir sehen Licht am Ende des Tunnels. Aber wir können noch keine Entwarnung geben", sagte der Professor. Die Gefahren seien noch sehr vielgestaltig. Noch immer können ein schwerer Infekt oder ein Nierenversagen lebensbedrohlich für Zanardi werden.
Der Italiener, dem nach dem Crash im Unfall-Krankenhaus Berlin- Marzahn beide Beine amputiert worden waren, war am Sonntag auf der Intensivstation für unbestimmte Zeit in künstliches Koma versetzt worden, um seine Körperfunktionen zu stabilisieren. Er hatte zudem eine Fraktur des Beckens erlitten und große Blutverluste.
Nach dem folgenschweren Unfall wird es keine Ermittlungen gegen die Betreiber geben. Dies teilte die Cottbuser Oberstaatsanwältin Petra Hertwig auf dpa-Nachfrage mit. Ein Staatsanwalt hatte nach dem tragischen Unglück an der Rennstrecke Spuren gesichert. "Nur für den Fall, den natürlich niemand erhofft, dass der Verunglückte stirbt, müssten wir tätig werden", erklärte Petra Hertwig. Daher müsse das Beweismaterial gesichert werden. "Wie sich das Geschehen momentan darstellt, besteht jedoch kein Anlass für Ermittlungen, zumal das Unglück nach bisherigen Erkenntnissen nicht auf technische Mängel an der Strecke zurückzuführen ist", fügte sie hinzu.
Nach zwei tödlichen Unfällen auf dem Lausitzring im April und Mai hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen zu den Unglücksursachen eingeleitet. Diese wurden inzwischen abgeschlossen. "Die Verfahren wurden eingestellt. Es wurde keinerlei strafrechtliche Verantwortung der Betreiber festgestellt", erklärte Petra Hertwig weiter.
Am Eurospeedway geht man davon aus, das der Unfall keine Imageschäden hervorrufen werde. "Alle haben uns bestätigt, dass der Unfall in keiner Weise durch die Rennstrecke bedingt war", erklärte Eurospeedway-Geschäftsführer Hans-Jörg Fischer. Cart-Präsident Joe Heitzler hatte zuvor bestätigt, dass die Champ-Car-Serie auf jeden Fall bis zum Jahr 2005 in der Lausitz Station machen werde.
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