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Antrag an den Bundestag
CDU und SPD wollen Breitensport erhalten

Die Top Ten der TV-Quoten
Die Top Ten der TV-Quoten FOTO: afp
Berlin. Die Große Koalition hat konkrete Forderungen an die 2016 beschlossene Leistungssportreform gestellt und sich deutlich für den Erhalt einer "breiten" Sportkultur in Deutschland stark gemacht. Dies geht aus einem gemeinsamen Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und SPD hervor, der am Donnerstag in erster Lesung im Bundestag beraten werden soll.

Bündnis 90/Die Grünen fordern in einem eigenen Antrag unter anderem "vom bisherigen Ziel der Medaillenmaximierung" abzusehen. Zudem soll mehr Geld in den nationalen und internationalen Anti-Doping-Kampf fließen und der Katalog der Förderkriterien grundlegend überarbeitet werden.

Nach dem Willen der Koalition soll es auch in der untersten Förderkategorie eine so hohe finanzielle Unterstützung für Sportarten geben, dass "auch in weniger erfolgreichen Perioden der Fortbestand einer olympischen Sportart (nicht aber zwingend jeder einzelnen Disziplin) auf Bundesebene gesichert" sei. Ziel soll es sein, die Breite der Sportkultur in Deutschland "langfristig" zu erhalten.

Deutlich sprachen sich die beiden Koalitionsparteien auch für die Beibehaltung möglichst vieler Stützpunkte aus. "Konzentration beziehungsweise Fokussierung auf beispielsweise einzelne Standorte des Spitzensports soll nur dann erfolgen, wenn sportfachliche und förderpolitische Sachargumente hierfür sprechen und sich deutliche Verbesserungen für die Sportler ergeben", hieß es in dem Antrag.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte die Reform zusammen mit dem Bundesinnenministerium (BMI) entwickelt und auf seiner Mitgliederversammlung Anfang Dezember 2016 in Magdeburg mit großer Mehrheit angenommen. In Zukunft soll sich die Förderung mehr an den Potenzialen eines Athleten als an früheren Medaillenerfolgen orientieren. Dabei soll unter anderem die Zahl der Bundesstützpunkte von 204 auf etwa 165 sinken, von 19 Olympiastützpunkten sollen 13 erhalten bleiben.

CDU/CSU und SPD forderten die Bundesregierung zudem auf, die "Etablierung einer eigenständigen Athletenvertretung zu unterstützen" und "ihre Positionen bei der künftigen Entwicklung des Leistungssports zu berücksichtigen". Die Athletenkommission des DOSB hatte sich zuletzt selbst für eine größere Professionalisierung ihres Gremiums ausgesprochen und für hauptamtliche Unterstützung geworben.

"Wenn die Athletenkommission von den beiden großen Fraktionen so viel Unterstützung bekommt, steht dem Projekt der größeren Eigenständigkeit eigentlich nichts mehr ihm Weg", sagte DOSB-Athletensprecher Max Hartung dem SID: "Der Antrag an sich ist schon ein Erfolg, weil die Wünsche, Anregungen und Argumente der Athleten darin sehr großen Widerhall finden."

(sid)
 
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