Zweierbob-WM:: Christoph Langen auf Titelkurs
zuletzt aktualisiert: 27.01.2001 - 14:38St. Moritz (sid). Nur noch ein Sturz kann Christoph Langen den WM-Titel kosten: Der 38 Jahre alte Olympiasieger aus Unterhaching führt bei "Halbzeit" der Zweierbob-Weltmeisterschaft in St. Moritz mit einem Riesenvorsprung von 0,81 Sekunden auf den Schweizer WM-Neuling Martin Annen. Die Läufe drei und vier finden am Sonntag (ab 10.00 Uhr) statt.
"Jetzt kann ich ruhig schlafen, aber es kann natürlich immer noch ein Sturz passieren", sagte Langen: "Dank schon jetzt an alle, die mir bei der schnellen Heilung meines Oberschenkels geholfen haben. Die Sache behindert mich nicht mehr." Mit Anschieber Marco Jakobs sorgte der Europameister bereits am Start in beiden Läufen für die Bestzeit, diesen Vorteil baute er bei starkem Schneefall bis zum Ziel aus.
"Unglaublich, das hätte ich nicht gedacht, vor allem nach dem ganzen Verletzungstheater in dieser Saison", freute sich Bundestrainer Raimund Bethge: "Es sind aber noch zwei Läufe. Eine Flasche Sekt wird kaltgestellt. Wenn es noch schiefgeht, dann fliegt sie an die Wand." Zufrieden war der "Goldschmied" auch mit WM-Neuling Rene Spies aus Winterberg, der vorerst Sechster ist. Selbst Annen sieht kaum noch Chancen auf einen Heimsieg. "Wenn ich bloß wüsste, wie der Langen das macht, ich bin ratlos", sagte der Weltcup-Spitzenreiter. Und der Schweizer Sportchef Hans Hiltebrand meinte: "Das gibt Langen jetzt noch mehr Selbstvertrauen. Um ihn zu schlagen, bedarf es optimaler Fahrten, die haben wir nicht gezeigt."
"Schrecksekunde" für Langen
Eine "Schrecksekunde" musste aber auch Langen überstehen. "Im zweiten Lauf habe ich in der Horseshoe-Kurve Schnee auf das Visier bekommen, habe nichts gesehen und bin im Blindflug runter." Die Zeit stimmte trotzdem und Langen konnte umgehend sein Tagesprogramm ändern: "Sonst schläft bei uns im Team nur Rene Spies, aber nun haben sich Marco Jakobs und ich einen Mittagsschlaf verdient, hinterher gibt es ein Stück Kuchen. Ganz gemütlich, denn Stress habe ich in der Bahn genug."
Dritter ist vorerst der Kanadier Pierre Lueders (0,95 Sekunden zurück) vor den Schweizern Reto Götschi (0,98), Christian Reich (1,10) sowie dem Duo Spies/Franz Sagmeister (1,49). Langen ist allerdings gewarnt: Schließlich schnappte er im Vorjahr in Altenberg dem Oberhofer Andre Lange trotz ebenfalls klarer Zeitabstände die Goldmedaille am Finaltag noch weg. In St. Moritz könnte Langen nun seinen bereits sechsten WM-Titel als Pilot einfahren.
"Ich musste bei meinem ersten WM-Start ein wenig Lehrgeld zahlen", sagte der EM-Dritte Spies: "Mit Rang fünf hatte ich geliebäugelt und bin nur knapp dahinter. Es waren ein paar Schnitzer dabei, im ersten Lauf gleich am Start. Aber ich habe bisher eine tolle Saison hingelegt und kann zufrieden sein."
Stand nach zwei von vier Läufen:
1. Christoph Langen/Marco Jacobs (Unterhaching) 2:08,78 Minuten (1:04,19+1:04,59); 2. Martin Annen/Beat Hefti (Schweiz II) 2:09,59 (1:04,61+1:04,98); 3. Pierre Lueders/Ken Leblanc (Kanada) 2:09,73 (1:04,54+1:05,19); 4. Reto Götschi/Cedric Grand (Schweiz III) 2:09,76 (1:04,60+1:05,16); 5. Christian Reich/Steve Anderhub (Schweiz I) 2:09,88 (1:04,70+1:05,18); 6. Rene Spies/Franz Sagmeister (Winterberg) 2:10,27 (1:04,93+1:05,34)
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











