Andre Lange holt deutschen Meistertitel im Viererbob: Christoph Langen bei "WM-Generalprobe" nur Zweiter
zuletzt aktualisiert: 09.01.2000Altenberg (sid). Olympiasieger Christoph Langen hat sich bei der deutschen "WM-Generalprobe" von Junioren-Weltmeister Andre Lange überraschend den Titel im Viererbob wegschnappen lassen. Der große Verlierer bei der deutschen Meisterschaft auf der WM-Bahn in Altenberg war allerdings der drittplatzierte Harald Czudaj aus Riesa, denn die Chancen des Lillehammer-Olympiasiegers auf eine Teilnahme am Saisonhöhepunkt in vier Wochen sind auf ein Minimum gesunken.
"Ich bin nicht enttäuscht oder böse, ich habe schließlich hier viel getestet", meinte Langen: "Jetzt trage ich außerdem nicht die ganze Bürde des WM-Favoriten." Dem im Zweier erfolgreichen Piloten vom BRC Unterhaching fehlten nach vier Läufen gegenüber dem 26-jährigen Oberhofer nur winzige 13 Hundertstelsekunden oder umgerechnet 3,33 Meter zum zehnten DM-Titel seiner Laufbahn.
Bundestrainer Raimund Bethge nominierte das Siegertrio für die Europameisterschaft am kommenden Wochenende in Cortina d'Ampezzo und für die dann folgende WM-Vorbereitung. "Noch hat Czudaj Chancen", sagte Bethge. Zugleich spendete er Lange für dessen ersten Titel ein dickes Lob: "Eine bärenstarke Leistung, er ist sehr gut drauf." Im Zweier hatte hinter Langen und Lange der Winterberger Rene Spies Bronze geholt.
"Feiern ist nicht""Feiern ist nicht, Montag geht es schon nach Cortina. Aber der Sieg war im Kampf um die WM-Fahrkarten Gold wert, obwohl das letzte Wort noch nicht gesprochen ist", erklärte Lange: "Ich den ersten Platz nicht überbewerten, Langen hatte als gesetzter Pilot schließlich keinen Siegdruck."
Der geschlagene Langen blieb gelassen. "Der erste Lauf mit Bahnrekord hat gezeigt, was hier mit optimalem Schlitten möglich ist", so der 37-Jährige: "Wir haben über Nacht noch am Bob gebastelt und ein weiteres Stück auf dem Weg zur WM zurückgelegt." Den Weltcup-Spitzenreiter kostete letztlich ein "Blindflug", verursacht durch ein angelaufenes Visier, im zweiten Lauf am Samstag den Triumph. Im ersten Durchgang hatte der Doppel-Weltmeister von 1996 ernst gemacht: Er verbesserte den eigenen Bahnrekord aus dem Jahr 1996 in 54,77 Sekunden um 15 Hundertstelsekunden.
Vor dem Wettbewerb hatte Langen mit seinem angekündigten Weltcup-Rückzug das Gerangel um die WM-Plätze mächtig angeheizt. Der freiwillige Verzicht auf den Weltcup-Sieg zugunsten seiner Vorbereitung kostet den deutschen Verband den zusätzlichen dritten Startplatz.
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