Nun ewiger Dritter: Cipollini gewinnt seine 30. Giro-Etappe
zuletzt aktualisiert: 17.05.2000 - 20:43Matera (dpa). Sprintkönig Mario Cipollini hat eine neue Marke gesetzt. Der 33-jährige Italiener gewann am Mittwoch die 4. Etappe des diesjährigen Giro d'Italia. Cipollini (Foto) setzte sich nach 127 km in Matera gegen Dimitri Konischew (Rußland) und Silvio Martinello (Italien) durch. Für den Ausnahmesprinter war es bereits der 30. Tageserfolg bei der Italien-Rundfahrt. Im Rosa Trikot des Gesamtführenden fährt weiter Cristian Moreni (Foto unten) aus Italien.
In der ewigen Bestenliste des Giro schob sich Cipollini mit seinem 30. Tagessieg auf Platz drei vor. Mehr Etappensiege hatten lediglich Alfredo Binda (1925-1933) und Learco Guerra (1930-1937) erreicht. Insgesamt ist es für Cipollini bereits der 152. Erfolg seit dem Start seiner Profi-Laufbahn 1989. In dieser Saison hatte der Italiener schon sechs Mal gewonnen, dabei unter anderem zwei Etappen der Tour de Romandie für sich entschieden.
Der Tagesabschnitt von Scalea nach Matera war von zahlreichen Attacken und Ausreißversuchen bestimmt. Den größten Vorsprung mit zwischenzeitlich 4:45 Minuten hatte das Duo Eugen Seniuskin (Weißrussland) und Diego Ferrari (Italien) herausgefahren. 30 km vor dem Ziel aber schloss das Feld wieder auf. An der Steigung zum Montescaglioso versuchte der einheimische Giuseppe Calcaterra eine Vorentscheidung zu erzwingen, doch die Konkurrenz reagierte.
Auch Marco Pantani, der mit seinem überraschenden Comeback beim 83. Giro d'Italia viel öffentliches Interesse beansprucht, machte einen guten Eindruck und zeigte trotz einer Rennabstinenz von einem Jahr keine Probleme. Die Aufmerksamkeit für den Medien-Star Pantani hatte bereits die Kollegen erbost. "Man kann keine Zeitung öffnen, ohne ihn mit dem Papst zu sehen oder Artikel über ihn zu lesen, selbst wenn sie ihn demolieren. Ich habe nichts gegen Marco, aber die anderen Fahrer scheinen gar keine Rolle mehr zu spielen", erklärte Tagessieger Cipollini.
"Die anderen haben Recht, es wird zu viel über mich gesprochen. Ich kann nur sagen, dass ich nicht darum gebeten haben. Ich bin beim Giro, um meine Form zu finden", sagte der wegen Sportbetrugs angeklagte Pantani, der offensichtlich durch leichten Druck seiner Arbeitgeber nach fast zwölfmonatiger Wettkampfpause beim Giro zum Sprung ins kalte Wasser gezwungen wurde.
4. Etappe über 235 km von Scalea nach Matera:
1. Mario Cipollini (Italien) 6:16:58 Stunden, 2. Dimitri Konyschew (Russland), 3. Silvio Martinello (Italien), 4. Miguel Angel Martin (Spanien), 5. Jose Enrique Gutierrez (Spanien), 6. Alberto Ongarato (Italien), 7. Davide Rebellin (Italien), 8. Ruber Alverio Marin (Kolumbien), 9. Tayeb Braikia (Dänemark), 10. Yvon Ledanois (Frankreich) alle gleiche Zeit.
Gesamtwertung:
1. Christian Moreni 20:09:17 Stunden, 2. Matteo Tosatto (beide Italien) 0:01 Minuten zurück, 3. Gutierrez 0:11, 4. Cipollini 0:14, 5. Andrea Noe (Italien) 0:22, 6. Jan Hrsuka (Tschechien) 0:28, 7. Paolo Savoldelli (Italien), 8. Hernan Buenahora (Kolumbien) alle gleiche Zeit, 9. Jose Luis Rubiera (Spanien) 0:34, 10. Mirko Gualdi (Italien) 0:35
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