Olympia: Cohen führt nach Kurzprogramm
zuletzt aktualisiert: 22.02.2006 - 09:00Turin (rpo). Bei den Eiskunstläuferinnen ist der Kampf um Gold völlig offen. Vize-Weltmeisterin Sasha Cohen aus den USA führt nach dem Kurzprogramm mit 66,73 Punkten vor Welt- und Europameisterin Irina Slutskaja, die für ihren "Totentanz" von Franz Liszt 66,70 Zähler erhielt. Die Russin darf sich damit weiter berechtigte Hoffnungen auf ihren ersten Olympiasieg machen.
Dahinter wahrte auch Ex-Weltmeisterin Shizuka Arakawa (66,02) mit einem sehenswerten Vortrag vor 6.000 Zuschauern die Chance auf den ersten Olympiasieg einer japanischen Eiskunstläuferin. Obwohl die Kurzkür der Moskauerin Slutskaja nahezu makellos war, ist der Gewinn der Goldmedaille für die Olympia-Zweite von Salt Lake City längst keine ausgemachte Sache. Die Kür-Entscheidung beginnt am Donnerstag (19 Uhr).
Die siebenmalige Europameisterin Slutskaja eröffnete ihr Programm mit einer Kombination aus dreifachem Lutz und doppeltem Rittberger, die ebenso vortrefflich gelang wie später der dreifache Flip und der Doppelaxel. Gefeiert von zahlreichen russischen Fans verließ die 27-Jährige strahlend das Eis, ließ sich von ihrer Trainerin Schanna Gromowa umarmen und fühlte sich bereits als Tagessiegerin - bis Sasha Cohen als letzte Läuferin aufs Eis ging.
"Ich bin zufrieden mit diesem Ergebnis, denn ich möchte immer meine beste Leistung zeigen", sagte Slutskaja, die seit der WM 2005 in ihrer Heimatstadt auch den Weltrekord hält. Zu ihren Aussichten auf den Gewinn der Goldmedaille wollte sie keine Stellungnahme abgeben: "Ich denke nur an mich und nicht ans Gewinnen."
Ihre Teamkollegin Jelena Sokolowa hingegen verspielte mit einer desaströsen Leistung ebenso alle Medaillenhoffnungen wie die frühere Europameisterin Julia Sebestyen aus Ungarn. Noch vom Podium träumen dürfen die für die verletzte Ex-Weltmeisterin Michelle Kwan nachnominierte Emily Hughes (USA) und die Japanerin Miki Ando, die für die Kür erneut einen vierfachen Salchow ankündigte.
Wie schon 1998 in Nagano und 2002 in Salt Lake City fand die Konkurrenz ohne deutsche Beteiligung statt. Die deutsche Meisterin Annette Dytrt hatte bei den Europameisterschaften im Januar in Lyon nur Rang zehn belegt. Das Nationale Olympische Komitee hatte jedoch von den Münchnerin den achten Platz als Qualifikationsnorm gefordert.
Eiskunstlauf im Palavela, Damen, Stand nach dem Kurzprogramm:
1. Sasha Cohen (USA) 66,73 Punkte
2. Irina Slutskaja (Russland) 66,70
3. Shizuka Arakawa 66,02
4. Fumie Suguri (beide Japan) 61,75
5. Kimmie Meissner (USA) 59,40
6. Elene Gedewanischwili (Georgien) 57,90
7. Emily Hughes (USA) 57,08
8. Miki Ando (Japan) 56,00
9. Joannie Rochette (Kanada) 55,85
10. Sarah Meier (Schweiz) 55,57
11. Carolina Kostner (Italien) 53,77
12. Susanna Pöykiö (Finnland) 53,74
13. Jelena Liaschenko (Ukraine) 52,35
14. Mira Leung (Kanada) 50,61
15. Liu Yan (China) 49,84
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