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Comeback verschoben
Warten auf Woods

Porträt: Tiger Woods – der abgestürzte Golf-Dominator
Porträt: Tiger Woods – der abgestürzte Golf-Dominator FOTO: dpa, wo mr
Düsseldorf. Am 23. August 2015 spielte Tiger Woods zuletzt bei einem Golfturnier. Mehrmals hieß es, er würde zurückkehren. Für heute hatte er erneut sein Comeback angekündigt - sagte aber kurzfristig ab. Von Eckhard Czekalla

Vor fünf Tagen bekräftigte Tiger Woods noch einmal, dass er auf die US-Tour zurückkehren wird. Heute sollte er beim Aufgalopp zu den Safeway Open in Napa (Kalifornien) an der Seite von Stephen Curry auf die Runde gehen. Doch der Basketballstar, NBA-Meister 2015 mit den Golden State Warriors, bekam einen neuen Partner. Am Montag sagte Woods seine Teilnahme ab. Der 40-Jährige hatte sich eine "ehrliche Reflexion" gegönnt. Danach war sein Optimismus plötzlich verflogen. "Mein Spiel ist anfällig und noch nicht so, wie ich es brauche, um mit den weltbesten Golfern zu konkurrieren", teilte er mit. Pech für die Fans, die nach Napa kommen, weil sie Woods live erleben wollten. Der Veranstalter hatte indes Glück, angesichts der Comeback-Ankündigung mehr Tickets abgesetzt zu haben.

Im August 1996 entschloss sich Woods, auf die Karte "Profi" zu setzen. Er wurde schnell zum Liebling der Massen. Nach 13 Jahren durchbrach er als erster Sportler die Einkommens-Schallmauer von einer Milliarde Dollar (rund 900 Millionen Euro). Von 1998 bis 2010 dominierte er die Weltrangliste, die er zuletzt im Mai 2014 anführte und in der er inzwischen auf Position 786 abgerutscht ist.

Woods, für viele der Größte in der Golf-Geschichte, fasziniert noch immer. Deshalb verfolgen viele den Weg des Mannes, der mit einigen Affären seine Ehe zerstörte und seit Mai 2014 kein Turnier mehr gewonnen hat. Im August 2015 absolvierte er sein bislang letztes Turnier, im September und Oktober darauf ließ er am Rücken operieren. Weitere Probleme in jüngerer Vergangenheit mit Knien, Nacken, Achillessehne und Ellbogen haben Woods zu einem "alten" 40-Jährigen gemacht. Zweifel an seiner Fitness, daran, dass er noch einmal auf die Tour zurückkommt, hat der US-Amerikaner trotzdem nicht. Gesundheitlich, so Woods, gehe es ihm gut. Er fühle sich stark, ergänzte er. Es hapere nur noch an der Technik. "Ich bin dicht dran, und ich werde nicht aufhören, bis ich es erreicht habe", betonte der Profi.

Anfang Oktober gehörte Woods zum US-Team, das die Rivalen aus Europa im Kampf um den Ryder Cup besiegen konnte. Er war einer von fünf Vizekapitänen, die ihren Chef Davis Love III unterstützten. Woods, dessen bisheriger Ausrüster Nike sich am Jahresende aus dem Schläger- und Ballmarkt zurückzieht, war während der Tage in Minnesota bei den Spielern als Ratgeber sehr gefragt. Er profitiert von seinen erfolgreichen Jahren, genießt noch viel Sympathie und Zuspruch. Er muss sich zeigen, auch, um seine Sponsoren zufriedenzustellen. Schon mehrmals hieß es in diesem Jahr, Woods würde wieder einsteigen. Doch es blieb bei Gerüchten oder nicht erfüllten Ankündigungen. Ein Spiel, das Kritik provozieren kann.

Den für Anfang November geplanten Start bei den Turkish Open sagte Woods ebenfalls am Montag ab. Jetzt will er Anfang Dezember bei der Hero World Challenge auf den Bahamas antreten. Das Einladungsturnier (18 Spieler) hat er mit seiner eigenen Stiftung ins Leben gerufen. Dies könnte die Chance erhöhen, dass Woods wirklich wieder zum Schläger greift.

Quelle: RP
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