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Weltcuprennen in Hamburg / Rebellin führt weiter: Cyclassics: O'Grady Sprintsieger gegen Bettini

zuletzt aktualisiert: 01.08.2004 - 17:20

Hamburg (rpo). Bei der neunten Auflage der HEW-Cyclassics in Hamburg hat sich der Australier Stuart O'Grady im Schlusssprint den Sieg im sechsten Weltcup-Rennen der Saison gesichert. Der Fahrer vom französischen Cofidis-Radrennstll verwies nach 250,3 Kilometer den Italiener Paolo Bettini und Straßenweltmeister Igor Astarloa aus Spanien auf die Plätze.

Trotz dreier potenzieller Sieganwärter hat das T-Mobile-Team bei der siebten Auflage des Hamburger Rad-Weltcuprennens "Cyclassics" am Sonntag einen Podiumsplatz verpasst. Weder Jan Ullrich, noch Andreas Klöden oder der am Ende siebtplatzierte Erik Zabel wurden den Hoffnungen der rund 800.000 Zuschauer gerecht. Zufrieden zeigte man sich hingegen beim Team Gerolsteiner. Der Italiener Davide Rebellin verteidigte als Sechster seine Führung im Gesamt-Weltcup. Den Sieg in Hamburg sicherte sich nach 250,3 Kilometern der Australier Stuart O'Grady vom französischen Cofidis-Rennstall.

"Es war trotzdem sehr schön, hier zu fahren. Das Rennen war schwieriger als in den vergangenen Jahren. Da ich viele Löcher zu fahren musste, konnte ich am Ende leider nicht mehr in die Entscheidung eingreifen. Da hat mir die Kraft gefehlt", sagte Ullrich, der beim fünften und letzten 15-prozentigen Anstieg am Waseberg einen Angriff gestartet hatte, der jedoch wirkungslos verpufft war. Das Ziel erreichte "Ulle" schließlich auf Position 30.

Besonders der am Ende zweitplatzierte Vorjahressieger Paolo Bettini (Italien) und Straßenweltmeister Igor Astarloa (Spanien), der Dritter wurde, zeigten dem "Cyclassics"-Sieger von 1997 seine Grenzen auf. Bettini schob sich durch seinen zweiten Platz auch auf den zweiten Rang des Gesamt-Weltcups vor. Klöden spielte im gesamten Rennverlauf keine Rolle.

Ganz anders hingegen die "Gerolsteiner". "Wir sind zufrieden. Am Ende war es ein Pokerspiel. Wir mussten sehen, dass wir die Weltcup-Führung verteidigen. Ich bin froh, dass uns dies gelungen ist", sagte Gerolsteiner-Sprinter Danilo Hondo, der sich für Rebellin aufgeopfert, immer wieder die Führungsarbeit übernommen und am Ende noch für seinen Kapitän den Sprint angezogen hatte. Im Falle einer anderen Teamtaktik hätte sich möglicherweise auch der Cottbusser den Sieg im Sprint der 31-köpfigen Spitzengruppe holen können.

Gerolsteiners Sportlicher Leiter Christian Henn fügte hinzu: "Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen. Dass es am Ende doch noch zum Sprint kommt, konnte man nicht unbedingt erwarten. Da konnten wir die Taktik nicht mehr umstellen." Rebellin dankte Hondo ausdrücklich: "Er war unser Schwerstarbeiter."

Bevor das Rennen in die entscheidende Phase ging, hatte eine vierköpfige Ausreißergruppe das Geschehen bestimmt. Die beiden Leipziger Steffen Rodochla (Illes Balears) und Roberto Lochowski (Team Wiesenhof) hatten sich 30 Kilometer nach dem Start gemeinsam mit dem Dänen Lars Michaelsen sowie Rik Reinerink (Niederlande) abgesetzt und zwischenzeitlich einen Vorsprung von bis zu 16 Minuten gegenüber dem Hauptfeld herausgefahren. Nach einer 160 Kilometer langen Flucht wurde jedoch auch Reinerink als Letzter vom Peloton eingeholt.

Im Vorfeld des Weltcup-Rennens hatte es ein Gespräch zwischen Ullrich und T-Mobile-Teamchef Walter Godefroot gegeben, in dem die Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Tage ausgeräumt werden sollten. Zwar scheinen nach dem 15-minütigen Austausch noch immer nicht alle Streitpunkte bewältigt zu sein, aber Ullrich wird weiter für die Bonner an den Start gehen. Ein noch nicht terminiertes zweites Gespräch soll zur endgültigen Klärung beitragen.

"Es konnten noch nicht alle Probleme besprochen werden. Die Inhalte werden intern bleiben. Im Augenblick sieht es aber so aus, als wenn Jan bei T-Mobile bleibt", sagte Ullrichs Manager Wolfgang Strohband. Auch Godefroot, der den Streit mit kritischen Äußerungen über seinen Teamkapitän und dessen körperlichen Zustand zum Ende der Frankreich-Rundfahrt ausgelöst hatte, ist von einer weiteren Zusammenarbeit überzeugt.

Für die Stars des T-Mobile-Teams steht nun am kommenden Samstag das siebte Weltcup-Rennen der Saison im spanischen San Sebastian auf dem Programm. Eine Woche später geht es in Athen um olympisches Gold.


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