Schüttler und Kiefer in Doha im Viertelfinale: Da warten Mirnyi und Schalken auf das deutsche Duo
zuletzt aktualisiert: 06.01.2000Doha/Katar (dpa). Top-Favorit Nicolas Kiefer und Titelverteidiger Rainer Schüttler (Foto) dürfen beim Wüsten-Turnier in Doha weiter auf den ganz großen Wurf hoffen. Der an Nummer eins gesetzte Kiefer besiegte am Donnerstag im Achtelfinale der mit einer Million Dollar dotierten Katar Open, bei denen die erste Nummer eins der neuen Weltrangliste im Herren-Tennis ermittelt wird, den italienischen Qualifikanten Christiano Caratti mit 6:1, 6:1. Der 23-jährige Bad Homburger Schüttler hatte zuvor ebenfalls auf dem Centre-Court den an Nummer sieben eingestuften Tschechen Daniel Vacek mit 6:3, 6:2 bezwungen.
"Ich bin bereit, Großes zu leisten", hatte Kiefer bereits nach seinem Auftaktsieg gegen Jeff Tarango (USA) in Bezug auf das neue Weltranglisten-Reglement erklärt. Die nächste Hürde auf dem Weg zur ersten deutschen Nummer eins nach Boris Becker (1991) heißt für Kiefer am Freitag Sjeng Schalken (Niederlande). Schüttler muss in der Runde der letzten Acht gegen den 22-jährigen Weißrussen Max Mirnyi antreten.
Während Kiefer in Sachen Daviscup die Öffentlichkeit und Kapitän Carl-Uwe Steeb weiterhin über seine Teilnahme am Erstrundenspiel gegen die Niederlande vom 4. bis 6. Februar in Leipzig rätseln lässt, sorgt der 22-Jährige aus Holzminden ("ich entscheide mich nach diesem Turnier") auf dem Platz weiterhin für klare Verhältnisse. Caratti, der vor sechs Jahren ein Mal beim Hallenturnier in Basel den damaligen Weltranglisten-Zweiten Michael Stich bezwingen konnte, war nur ein Spielball für ihn. Kiefer erteilte seinem 29-jährigen Gegner eine Lehrstunde, diktierte die Ballwechsel nach Belieben. "Für das erst zweite Spiel im neuen Jahr war das schon sehr ordentlich", sagte Kiefers Trainer Bob Brett als Beobachter auf der Tribüne zufrieden.
Rainer Schüttler trägt in Doha sogar weiter eine "weiße Weste". Mit dem Erfolg gegen Vacek, den er am selben Ort bei seinem bislang einzigen Turniersieg vor zwölf Monaten ebenfalls in der zweiten Runde besiegt hatte, verbesserte er seine Bilanz bei den Katar Open auf 7:0 Siege.
"Ich habe wieder einen tollen ersten Satz gespielt. Im zweiten habe ich dann wieder meinen Ellbogen und Nacken gespürt und konnte nicht mehr so gut aufschlagen", meinte der Rechtshänder nach dem Sieg, den er angesichts der Verletzungen, die er sich am vergangenen Sonntag in der Wüste bei einem Unfall mit einem Jeep zugezogen hatte, nicht erwartet hatte. Vorsorglich saß er schon auf gepackten Koffern, denn bei einer Niederlage wäre er noch am Abend abgereist. Schüttler spielt in der kommenden Woche wie Thomas Haas in Auckland.
Nach einem Ruhetag am Mittwoch ging Schüttler gegen Vacek sehr entschlossen zu Werke. Nach ausgeglichenem Start (3:3) gewann der Deutsche sechs Spiele in Folge. Bei eigenem Aufschlag musste er zwar im zweiten Durchgang einige kritische Situationen überstehen, doch nach 73 Minuten verwandelte der Rechtshänder den zweiten Matchball.
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