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Handball-Bundestrainer
Sigurdsson lässt Zukunft offen

Das ist Dagur Sigurdsson
Das ist Dagur Sigurdsson FOTO: dpa, arn lof
Wetzlar. Die Spekulationen um den DHB-Trainer gehen weiter. Der 43-Jährige aber ist voll konzentriert auf die EM-Qualifikation. Von Eckhard Czekalla

Dagur Sigurdsson ist als einer der Ersten im Hotel. Nach und nach treffen die 19 Handballprofis ein, die der Isländer auf den Auftakt der EM-Qualifikation 2018 vorbereiten will. Gegner sind morgen in Wetzlar (19 Uhr) die Portugiesen und am Samstag in Zürich Gastgeber Schweiz (17.45 Uhr/beide Spiele live Sport1). Dritter Gruppengegner ist Slowenien. Zunächst steht aber die Pressekonferenz auf dem Programm. Der 43-Jährige hat seit seinem Amtsantritt als Bundestrainer im August 2014 den deutschen Handball wiederbelebt und steht deshalb im Fokus. Kein Wunder, dass die jüngsten Meldungen, er werde die Ausstiegsklausel ziehen und die bis nach den Olympischen Spielen 2020 in Tokio vorgesehene Zusammenarbeit zum Jahresende kündigen, für Aufsehen sorgen.

Sigurdsson hat die Trainingsjacke bis zum Hals zugezogen, als er sich den Fragen stellt. Er gibt sich zugeknöpft. Das Thema nervt. "Ich habe kein Angebot auf dem Tisch, bei dem ich eine Entscheidung treffen muss", sagt er. Sicher ist, bekräftigt er, dass er bei der WM ab 11. Januar in Frankreich Bundestrainer sein wird. Sicher ist auch, dass er sich bald entscheiden muss und wird. Spätestens in zwei, drei Wochen werde Klarheit herrschen.

Bis dahin wird sich Sigurdsson - wie bisher auch - mit Bob Hanning austauschen. Der Manager des Bundesligisten Füchse Berlin und für den Leistungssport beim Deutschen Handball Bund (DHB) zuständige Funktionär hatte den in Berlin beschäftigten Isländer als Bundestrainer durchgedrückt. Spätestens mit dem sensationellen Gewinn des EM-Titels Anfang Januar, der im Sommer bei den Olympischen Spielen in Rio mit der Bronzemedaille bestätigt wurde, war klar, dass es eine weise Entscheidung war. Doch Sigurdsson ist nicht nur erfolgreich, er hat auch Strukturen geschaffen, hat gezeigt, dass es in Deutschland viele Talente gibt "Ich bin glücklich, hier zu sein. Alles andere kommt, wie es kommt. Es ist nicht mein Stil zu pokern", betont der Erfolgscoach. Er versteift sich nicht allein auf den Handball.

In seiner Heimat Island ist er an einer Hotelkette und einer Pizzeria beteiligt, er verdient auch am Handel mit Autoteilen. In Kürze erscheint seine Autobiografie "Feuer und Eis". Bei einer Hamburger Agentur kann man Sigurdsson als Referent buchen. "Auf Erfolg ausruhen? - Die nächste Herausforderung kommt bestimmt", lautet eines seiner Themen, die er nach Bedarf auf Deutsch oder Englisch präsentiert. Spekuliert wird, dass Sigurdssons nächste Herausforderung bei einem der finanzstarken europäischen Topklubs wie Paris St. Germain sein könnte. Oder in Japan, wo er die Auswahl auf Olympia im eigenen Land vorbereiten könnte. Der Begehrte hält sich bedeckt. Nicht seine Zukunft sei jetzt wichtig, sondern die EM-Qualifikation. Dass die Spekulationen die Arbeit mit den Spielern beeinflussen könnten, glaubt er nicht. "Sie kennen diese Situation in ihren Vereinen, wenn es alle zwei Jahre um neue Verträge geht", sagt er. Steffen Fäth fände es schade, wenn die Zusammenarbeit endet. "Dagur ist ein sehr guter Trainer, was sich in der Arbeit mit uns Spielern oder auch bei seinen Entscheidungen während des Spiels zeigt", sagt er.

Portugal zu unterschätzen, wäre ein großer Fehler, betont Sigurdsson. Die Südeuropäer können nicht nur Fußball. In den Play-offs zur WM 2016 scheiterten sie denkbar knapp an Island. "Sie spielen eine aggressive Abwehr, so wie Brasilien, gegen das wir in Rio verloren haben. Wir müssen von Beginn an hellwach sein und die Fans für ein Spektakel sorgen. Wir haben keine zehn Minuten Zeit, um uns anzupassen", sagt Sigurdsson.

Quelle: RP
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