Titelverteidigerin Williams ohne Gnader: Damentrio ins Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 01.05.2002 - 18:08Hamburg (rpo). Mit dem Selbstbewusstsein des triumphalen Fedcup-Erfolgs gegen Russland ist Barbara Rittner mit einer kämpferischen Glanzleistung an der Spitze eines DTB-Trios ins Achtelfinale gestürmt. Gegen Jelena Lichowtsewa leistete sich die Leverkusenerin am Mittwoch zwar einen kapitalen Fehlstart, doch nach 108 Minuten hatte sie mit dem 2:6, 6:4, 6:1-Erfolg einmal mehr bestätigt, dass sie für die Spitzenkräfte aus Russland momentan unbezwingbar ist.
Auch Titelverteidigerin Venus Williams (USA) ließ sich bei kühlem Mai-Wetter nicht aufs Glatteis führen. Lustlos zwar und mit einem minimalen Aufwand setzte sich die an Nummer 1 gesetzte Favoritin mit 6:2, 6:3 gegen die 21-jährige Francesca Schiavone aus Italien durch und stürmte als erste ins Viertelfinale. Hier könnte sie auf Martina Müller (Hannover) treffen, die sich in ihrem Erstrunden-Match mit 3:6, 6:0, 6:0 gegen Tamarine Tanasugarn (Thailand) durchsetzte. Einen Überraschungscoup landete auch Qualifikantin Anca Barna (Nürnberg), die mit einem 2:6, 6:4, 6:4 gegen die Schweizerin Patty Schnyder ins Achtelfinale gegen die Österreicherin Barbara Schett einzog.
"Ich glaube, die drei aus dem Fedcup-Team haben auch von der Auslosung her gute Chancen", hatte Bundestrainer Markus Schur hellseherische Fähigkeiten bewiesen. Nur Marlene Weingärtner bestätigte seine Vorahnung nicht. Die Heidelbergerin unterlag am Dienstag der 95er Rothenbaum-Siegerin Conchita Martinez (Spanien) mit 6:7 (5:7), 3:6. Ausgeschieden ist auch Angelika Bachmann. Die Qualifikantin aus München, Nummer 215 der Weltrangliste, stand gegen die 175 Plätze besser eingestufte Cristina Torrens Valero aus Spanien vor einer Überraschung, vergab beim Stand von 5:4 im dritten Satz aber einen Matchball und verlor mit 6:4, 2:6, 5:7.
"Ich hatte mir zu viel vorgenommen", sagte Barbara Rittner, "deshalb war ich nicht locker und hab's mir selbst schwer gemacht." Auch im vierten Vergleich mit der Weltranglisten-47. aus Moskau, die sie beim Fedcup in Dresden im entscheidenden Doppel bezwungen hatte, siegte die 20 Plätze schlechter eingestufte Leverkusenerin schließlich aber souverän. Ausschlaggebend dafür war paradoxerweise eine Oberschenkelblessur, die sie sich bei einem Sturz zugezogen hatte: "Danach habe ich nur noch daran gedacht, ob es weiter geht und meine Nervosität total vergessen."
Die "Mutter der Kompanie", wie die 29-Jährige beim Fedcup-Erfolg in Dresden vom Rest der Mannschaft getauft wurde, trifft nun in der 2. Runde auf die an Nummer 2 gesetzte Belgierin Kim Clijsters, die zum Auftakt der mit 585 000 Dollar dotierten Veranstaltung ein Freilos hatte. Dann ist die Leverkusenerin Außenseiterin - und das ist ihr sehr viel angenehmer.
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