Australien mit 2:0 in Führung: Daviscup: Spanien droht das Aus
zuletzt aktualisiert: 10.02.2001 - 10:49Neuss (sid). Nur neun Wochen nach dem historischen Daviscup-Triumph droht Spanien gleich zum Auftakt der Weltgruppe 2001 das Aus. Der Titelverteidiger liegt nach dem ersten Spieltag bei dem aus deutscher Sicht interessanten Duell gegen die Niederlande mit 0:2 zurück. In Eindhoven wird der mögliche Gegner der deutschen Mannschaft ermittelt, die in Braunschweig nach den ersten beiden Einzeln nur zu einem 1:1 gegen Rumänien kam.
Am Samstag müssen die Spanier Juan Balcells und Alex Corrteja im Doppel nun gegen die Mailand-Sieger Paul Haarhuis und Sjeng Schalken um ihre letzte Chance kämpfen. Den Deutschen käme ein spanischer Erfolg entgegen, denn im Falle eines Sieges über Rumänien hätte die Mannschaft von Teamchef Carl-Uwe Steeb im Viertelfinale erneut Heimrecht.
Vorjahresfinalist Australien ist dagegen ohne Probleme gestartet. Patrick Rafter und Lleyton Hewitt brachten ihre Mannschaft gegen Ekuador in Perth durch mühelose Einzelsiege gegen die Lapentti-Brüder Nicolas und Giovanni mit 2:0 in Führung. Bei Temperaturen um 44 Grad Celsius setzte sich Rafter gegen Nicolas Lapentti zunächst mit 6:3, 6:0, 7:5 durch und ließ dabei im Gegensatz zu seiner Halbfinal-Niederlage bei den Australian Open gegen Andre Agassi keinerlei Probleme mit der brütenden Hitze erkennen. Anschließend entledigte sich Hewitt durch ein 6:3, 6:2, 6:2 gegen Youngster Giovanni Lapentti ebenso mühelos seiner Aufgabe. "Es ist ein gutes Gefühl, mit 2:0 vorne zu liegen", erklärte Hewitt.
Am Samstag können Todd Woodbridge und Linkshänder Wayne Arthurs auf dem Rasenplatz im Royal Kings Park mit einem Sieg gegen die Lapentti-Brüder im Doppel bereits alles klarmachen. Australien hatte im vergangenen Jahr das Finale gegen Spanien in Barcelona mit 1:3 verloren.
In der Neuauflage des Endspiels von 1992 zwischen der Schweiz um Mailand-Sieger Roger Federer und Rekordgewinner USA steht es nach dem ersten Tag 1:1. Dabei müssen die bislang 31-mal erfolgreichen Amerikaner beim Debüt von Patrick McEnroe als Daviscup-Kapitän auf ihre Superstars Pete Sampras und Andre Agassi verzichten.
Federer gewann zum Auftakt das Duell der am stärksten einzuschätzenden Spieler gegen Todd Martin 6:4, 7:6 (7:3), 4:6, 6:1. Anschliessend war der 21-jährige Michel Kratochvil gegen Jan-Michael Gambill chancenlos und verlor 3:6, 5:7, 4:6. Vorentscheidenden Charakter dürfte nun das Doppel vom Samstag haben. Aller Voraussicht nach spielen Roger Federer/Lorenzo Manta gegen Jan-Michael Gambill/Justin Gimelstob.
Wenig Mühe hatte Brasilien, um gegen den Weltgruppen-Debütanten Marokko mit 2:0 in Führung zu gehen. In Rio de Janeiro verbuchte Gustavo Kuerten einen 6:7 (4:7), 6:4, 3:6, 6:1, 6:2-Auftakterfolg gegen Karim Alami, danach profitierte Fernando Meligeni von der Aufgabe des von Krämpfen in den Beinen geplagten Hicham Arazi beim Stand von 6:4, 5:7, 6:3, 4:3.
Völlig offen ist hingegen noch die Partie in Bratislava zwischen der Slowakei und dem zweimaligen Finalisten Russland. Zunächst hatte Karol Kucera Russlands US Open-Sieger Marat Safin mit 3:6, 4:6, 6:3, 7:5, 6:2 besiegt, ehe Jewgeni Kafelnikow gegen Dominik Hrbaty mit 6:2, 6:3, 7:5 den 1:1 Ausgleich markierte.
Chancenlos scheint auch unterdessen das jüngste Teilnehmerteam Belgien gegen Frankreich zu sein. Christophe Rochus musste sich Arnaud Clement mit 7:6 (7:2), 6:3, 2:6, 4:6, 2:6 geschlagen geben, danach verlor auch sein Bruder Olivier ebenfalls in fünf Sätzen gegen Seabstien Grosjean mit 6:4, 6:1, 1:6, 3:6, 3:6.
In Helsingborg steht es zwischen den wieder aufgestiegenen Schweden und Tschechien, das als einzige Mannschaft bislang seit 1981 immer in der Weltgruppe spielte, 1:1. Magnus Norman besiegte Jiri Novak 7:6 (7:2), 6:1, 1:6, 2:6, 6:4, während sein Landsmann Thomas Johansson gegen Bohdan Ulihrach mit 3:6, 7:5, 2:6, 5:7den Kürzeren zog.
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