Krefeld stoppt Berlin: DEL: Meister Köln stolpert im Rheinderby
zuletzt aktualisiert: 08.12.2002 - 21:45München (rpo). Spannung an der Tabellenspitze der Deutschen Eishockey-Liga (DEL): Sowohl Spitzenreiter Eisbären Berlin als auch Verfolger Köln mussten Niederlagen hinnehmen. Berlin unterlag den Krefeld Pinguinen mit 4:5 (1:2, 2:1, 1:2). Die Haie mussten eine bittere Niederlage im Rheinderby schlucken.
Die Düsseldorfer setzten sich im 153. Duell mit dem rheinischen Rivalen Kölner Haie mit 2:1 (0:0, 0.0, 2: 1) durch und verkürzten durch den 67. Derbyerfolg den Rückstand auf den deutschen Meister (54 Punkte) auf einen Zähler.
Spitzenreiter bleibt indes "Halbzeitmeister" Eisbären Berlin, der trotz der 4:5 (1:2, 2:1, 1:2)-Heimniederlage gegen die Krefeld Pinguine mit 58 Punkten die Tabelle anführt. Krefelds neuem Trainer Butch Goring, der am Freitag Chris Valentine an der Bande abgelöst hatte, gelang durch den Auswärtssieg ein Einstand nach Maß. Den Sprung auf Platz zwei verpasste Vizemeister Adler Mannheim (53) durch eine 3:6 (0:1, 3:1, 0:4)-Niederlage bei den Iserlohn Roosters.
In der neuen Hamburger Color-Line-Arena musste die Partie der Freezers gegen die Kassel Huskies nach dem ersten Drittel wegen einer defekten Kühlanlage beim Stand von 2:1 abgebrochen werden. Schiedsrichter Axel Rademaker ließ den Technikern nach der ersten Drittelpause noch einmal eine Stunde Zeit, die Anlage konnte jedoch nicht repariert werden, die 8136 Zuschauer wurden nach Hause geschickt. Nach DEL-Angaben wird die Partie komplett wiederholt.
Zu Ende spielte Schlusslicht Schwenninger Wild Wings gegen die Augsburger Panther und kassierte beim 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) die 20. Saisonniederlage. Wichtige Punkte im Rennen um einen Playoff-Platz verbuchten die Nürnberg Ice Tigers durch ein 3:1 (1:1, 0:0, 2:0) beim Aufsteiger ERC Ingolstadt.
41 Minuten bis zum ersten Tor
10.285 Zuschauer im Düsseldorfer Eisstadion an der Brehmstraße mussten bis zur 41. Minute auf das erste Tor warten. Alex Hicks traf 40 Sekunden nach Beginn des Schlussdrittels zur Kölner Führung. Die einzige hochkarätige Chance in den zwei Spielabschnitten zuvor, die von der Taktik dominiert worden waren, hatte Nationalspieler Tino Boos mit einem Pfostenschuss vergeben.
Im letzten Drittel wurden die Fans aber entschädigt: Der Klassiker bekam endlich Derby-Charakter mit hitzigen Zweikämpfen, Torszenen und Treffern. Leo Stefan (44.) und Marc Beaucage (48.) drehten für die DEG das Spiel und sicherten den Gastgebern den ersten Derbysieg der Saison.
"Wir waren am Ende ein bisschen glücklicher", meinte DEG-Coach Michael Komma und zog eine positive Zwischenbilanz: "Ich bin bisher sehr zufrieden mit dem Saisonverlauf." Haie-Trainer Hans Zach erklärte: "Die Niederlage tut nicht weh, weil wir sehr gut gespielt haben. Nur nach dem 1:0 waren wir zu euphorisch."
Siegtreffer durch Moger
Im Berliner Wellblechpalast ging Krefeld durch Patrik Augusta (2.), Sergej Stas (9.) und Christoph Brandner (31., 51.) viermal in Führung. Aber Kelly Fairchild (9.), David Roberts (22.), Keith Aldridge (40.) und Ricard Persson (55.) glichen jeweils für die Eisbären aus. Den Siegtreffer erzielte Sandy Moger (57.).
Die Playoff-Plätze wieder fest im Visier haben die Frankfurt Lions, die bereits am Samstag mit 3:2 gegen die Hannover Scorpions ihren fünften Sieg in Folge feierten. "Alles, was vorher nicht geklappt hat, funktioniert jetzt", stellte Trainer Lance Nethery fest und war lediglich mit der Torausbeute nicht zufrieden: "Wir hätten viel höher gewinnen müssen."
Für Hannover dagegen rückt die Viertelfinalteilnahme in immer weitere Ferne. Nach der achten Pleite in Folge beträgt der Rückstand auf Rang acht bereits fünf Punkte. Trainer Paulin Bordeleau versuchte, die erneut schwache Leistung seiner "Skorpione" schön zu reden: "Wir waren nur im Powerplay schlechter als Frankfurt."
Statistik
DEG Metro Stars - Kölner Haie 2:1 (0:0, 0:0, 2:1). Tore: 0:1 Hicks (40:40), 1:1 Stefan (43:26), 2:1 Beaucage (47:17). - Schiedsrichter: Lichtnecker (Rosenheim). - Zuschauer: 10.285 (ausverkauft). - Strafminuten: Düsseldorf 18 - Köln 24
Eisbären Berlin - Krefeld Pinguine 4:5 (1:2, 2:1, 1:2). Tore: 0:1 Augusta (1:28), 1:1 Fairchild (8:20), 1:2 Stas (8:53), 2: 2 Roberts (21:18), 2:3 Brandner (30:50), 3:3 Aldridge (39:47), 3:4 Brandner (50:58), 4:4 Persson (54:20), 4:5 Moger (56:06). - Schiedsrichter: Schimm (Waldkraiburg). - Zuschauer: 5000 (ausverkauft). - Strafminuten: Berlin 8 - Krefeld 4
Schwenninger Wild Wings - Augsburger Panther 0:2 (0:1, 0:0, 0: 1). Tore: 0:1 McCosh (15:35), 0:2 Leeb (47:49). - Schiedsrichter: Dimmers (Krefeld). - Zuschauer: 3.800. - Strafminuten: Schwenningen 10 - Augsburg 8
Hamburg Freezers - Kassel Huskies nach dem ersten Drittel beim Stand von 2:1 wegen defekter Kühlanlage abgebrochen. - Tore: 0:1 Mikesch (4:10), 1:1 Lachanche (12:41), 2:1 Miller (17:10). - Schiedsrichter: Rademaker (Krefeld). - Zuschauer: 8136. - Strafminuten: Hamburg 0 - Kassel 2
ERC Ingolstadt - Nürnberg Ice Tigers 1:3 (1:1, 0:0, 0:2). Tore: 1:0 Groleau (17:18), 1:1 Aab (17:49), 1:2 Aab (48:39), 1:3 Guillet (59:44). - Schiedsrichter: Hellwig (Krefeld). - Zuschauer: 3290. - Strafminuten: Ingolstadt 14 - Nürnberg 44 plus Spieldauerdisziplinar (Luongo)
Iserlohn Roosters - Adler Mannheim 6:3 (1:0, 1:3, 4:0) Tore: 1:0 Alexandrow (0:13), 1:1 Marcel Goc (20:15), 2:1 Washburn (26:40), 2:2 Podollan (28:30), 2:3 Roach (31:50), 3:3 Lipsett (47: 18), 4:3 Dessner (56:25), 5:3 Beardsmore (57:35), 6:3 Podkonicky (59:22). - Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg). - Zuschauer: 3023. - Strafminuten: Iserlohn 18 - Mannheim 24 plus 10 Disziplinar (Joseph)
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