Sven Hannawald lässt Qualifikation von Garmisch aus: Der Überflieger bleibt sich treu
zuletzt aktualisiert: 31.12.2002 - 16:58Garmisch-Partenkirchen (rpo). Sven Hannawald ließ auch die Qualifikation in Garmisch aus und trifft im zweiten Springen der Vierschanzentournee nun auf einen 16-jährigen Österreicher. Auf Martin Schmitt wartet ein ganz dicker Brocken.
Spitzenreiter Sven Hannawald ist seinem bewährten Vierschanzentournee-Ritual treu geblieben und hat nach zwei erstklassigen Trainingssprüngen auf 120 sowie 120,5 Meter auf seinen Versuch in der Qualifikation zum Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen verzichtet. "Ich hatte zwei gute Sprünge. Jeder Sprung kostet Kraft, und die will ich mir sparen", begründete der Titelverteidiger seinen Verzicht. Neben Hannawald stehen auch Team-Olympiasieger Martin Schmitt (Furtwangen) und neun weitere deutsche Springer im Wettbewerb am Mittwoch (13.45 Uhr) auf der Olympiaschanze am Fuße der Zugspitze.
In Garmisch-Partenkirchen will der 28-jährige vom SC Hinterzarten mit seinem sechsten Tournee-Einzelsieg in Reihenfolge einen Rekord aufstellen. Nach seinem historischen Vierfach-Triumph vom Vorjahr und dem Auftakt-Erfolg am Sonntag in Oberstdorf ist der Team-Olympiasieger seit fünf Tournee-Springen ungeschlagen. Das schaffte zuvor nur Olympiasieger Helmut Recknagel (Zella-Mehlis/1958/59).
Nach dem exzellenten Training packte Hannawald die Latten wie üblich ein. Dann aber brachte ausgerechnet Weltcup-Titelverteidiger Adam Malysz (Polen) das Hannawald-Ritual durcheinander. Der mit 122 Metern Trainingsbeste verzichtete ebenfalls auf die Qualifikation. Mit diesem Schachzug schaffte es Malysz aber dennoch nicht, dem deutschen Superstar die Startnummer 50 wegzunehmen, mit der Hannawald seine fünf Tagessiege in Reihenfolge ersprungen hatte.
Mit der Wettkampf-Nummer 50 tritt Hannawald im Wettkampf nun gegen den erst 16 Jahre alten Qualifikationssieger Thomas Morgenstern aus Österreich (113 Meter) an, Malysz trägt die Nummer 49 und springt im K.o.-Wettbewerb gegen Martin Koch (Österreich).
Martin Schmitt überzeugte diesmal nicht durchgängig. In der Qualifikation schaffte er nur 105,5 Meter, was zu Rang 21 reichte. Zuvor war der Vierte von Oberstdorf im Training mit Sprüngen auf 113 und 112,5 Meter auf die Ränge acht sowie zwölf gesegelt. "Ich war heute etwas müde. Mir fehlt halt noch die absolute Kondition", entschuldigte sich Schmitt, der im Wettkampf auf Weltcup-Spitzenreiter Martin Höllwarth (Österreich) trifft.
Neben Hannawald, Schmitt und dem als Weltcup-Gesamtsechsten gesetzten Michael Uhrmann (Rastbüchl/106,5), qualifizierten sich auch Kai Bracht (Oberstdorf/105), Jörg Ritzerfeld (Oberhof/105,5) Maximilian Mechler (Isny/103), Stephan Hocke (Oberhof/102,5), Christof Duffner (Schönwald/102,5), Stefan Pieper (Winterberg/102) und Michael Möllinger (Hinterzarten/101,5) für den Wettbewerb der besten 50.
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