ATP-Turier in Stuttgart-Weissenhof:: Deutsche Herren alle ausgeschieden
zuletzt aktualisiert: 17.07.2001 - 15:12Stuttgart (rpo). Wo geht es hin mit dem deutschen Herren-Tennis? Am Dienstag erfolgte das Aus für Christian Vinck, Rainer Schüttler und Jakub Herm-Zahlava. Damit findet die zweite Runde beim ATP-Turnier in Stuttgart gänzlich ohne deutsche Beteiligung statt.
Erstmals in der 85-jährigen Gesichte des mit 800.000 Dollar dotierten ATP-Turniers findet die zweite Runde ohne einheimische Profis statt. Am Dienstag verabschiedeten sich Daviscup-Spieler Rainer Schüttler, Christian Vinck und Lokalmatador Jakub Herm-Zahlava als letzte von insgesamt sieben gestarteten Deutschen. Bereits am Montag hatten Marc Goellner, Lars Burgsmüller, Björn Phau und Michael Kohlmann die bislang einmalige Pleitenserie im Schwäbischen eingeleitet.
Der 25-jährige Schüttler unterlag in seinem ersten Match dem Franzosen Cedric Pioline nach 92 Minuten mit 4:6, 3:6. Der gebürtige Korbacher, im vergangenen Jahr erst im Viertelfinale gescheitert, wurde seiner Rolle als Hoffnungsträger nach den Absagen von Nicolas Kiefer und Tommy Haas einmal mehr nicht gerecht. Schüttler war bei seiner ersten Niederlage gegen den in der Rangliste 15 Ränge besser platzierten Pioline nicht entschlossen genug. "Die Umstellung von Rasen auf Sand war schwierig für mich. Ich bin erst am Samstag aus den USA zurückgekommen und hatte wenig Vorbereitungszeit", erklärte Schüttler, der seinen Start dennoch nicht bereute.
Wenig Chancen hatten auch Vinck und der dank einer Wildcard ins Hauptfeld gerutschte Herm-Zahlava. Der 25-jährige Vinck ließ nach vielversprechendem Beginn gegen den Spanier David Sanchez nach und verlor glatt mit 4:6, 2:6. "Ich hatte mir mehr ausgerechnet, aber er war einfach zu stark", erklärte der Rechtshänder aus Halle. Der 21-jährige Stuttgarter Herm-Zahlava musste sich vor heimischer Kulisse dem Schweizer Marc Rosset 2:6, 4:6 beugen.
Unverständnis äußerten die deutschen Spieler wegen des Verzichts von Haas und Kiefer auf das Turnier am Stuttgarter Killesberg. "Ich weiß nicht, woran es liegt, dass sie hier nicht spielen. Aber diese Entscheidung ist mit Sicherheit nicht richtig", sagte Vinck. Auch Turnierdirektor Bernd Nusch ist enttäuscht von dem Duo: "Beide wären gut beraten, wenn sie in Stuttgart spielen würden. Deutschland ist ihr Markt." Der im vergangenen Jahr durch seine Halbfinal-Teilnahme am Weissenhof zum Senkrechtstarter avancierte Daniel Elsner (Mannheim) hatte wegen einer Verletzung absagen müssen.
Trotz der schwarzen Serie der deutschen Profis glaubt Klaus Langenbach, Trainer des zum Deutschen Tennis Bund (DTB) "übergewechselten" Mercedes-Junior-Teams, an eine bessere Zukunft. "Besonders die Nachwuchsspieler der Jahrgänge 1983 bis 1986 geben uns Hoffnung", meinte Langenbach, dessen Schützling Björn Phau zuletzt unter anderem wegen einer Schulterverletzung nicht seine beste Leistung gezeigt hatte.
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