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Rio De Janeiro
Deutsche Hoffnungsträgerin im Radrennen

Rio De Janeiro. Das Straßenrennen heute (14.30 Uhr MESZ) ist nicht nur die erste ganz große Entscheidung, sondern verspricht einen besonderen Nervenkitzel, bei dem die Deutschen im Normalfall nur eine Nebenrolle einnehmen. "Es kann absolut chaotisch werden", sagt der Berliner Simon Geschke. Bei den Frauen (morgen, 17.15 Uhr) hat Lisa Brennauer, die WM-Zweite von 2014, gute Chancen auf eine Medaille.

Selbst Top-Favorit und Tour-de-France-Champion Chris Froome erwartet einen "brutalen" Ritt über die 237,5 Kilometer mit elf knallharten Bergen. Besonders der 8,9 Kilometer lange Anstieg zur Vista Chinesa mit einer maximalen Steigung von bis zu 20 Prozent verzeiht nicht die kleinste Schwäche und kann das Feld regelrecht explodieren lassen. "Es ist unkontrollierbar. Ich kann mir vorstellen, dass etwas Unvorhersehbares passiert", sagte Zeitfahr-Spezialist Tony Martin, der selbst Kräfte für die Medaillenchance am kommenden Mittwoch in seiner Paradedisziplin sparen wird.

Ganz anders Tour-Etappensieger Geschke und Klettertalent Emanuel Buchmann, die für den Bund Deutscher Radfahrer einen Achtungserfolg erringen wollen. Die Top-Sprinter André Greipel und Marcel Kittel sind nicht dabei, weil der Kurs ganz und gar nicht ihren Fähigkeiten entspricht. "Wir dürfen keine Angst vor dem Verlieren haben, müssen ein offensives Rennen zeigen. Die großen Fahrer schauen nicht auf Emanuel und mich", sagte Geschke.

Anders als bei den Männern gehen die deutschen Frauen mit besseren Aussichten morgen in ihren Wettkampf. "Wir haben eine super Mannschaft und den Traum, eine Medaille zu holen", sagte die Münchnerin Claudia Lichtenberg, die wegen ihrer besonderen Kletterqualitäten die besten Chancen haben dürfte.

Das Team mit Lichtenberg, Lisa Brennauer, Romy Kasper und Trixi Worrack will das Rennen über 136,9 Kilometer prägen und nicht nur auf Top-Nationen wie die Niederlande, Großbritannien oder Italien reagieren.

(sid)
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