Otto vor Kraushaar: Deutsche Rodler fahren mit Konkurrenz Schlitten
zuletzt aktualisiert: 07.12.2003 - 14:57Calgary (rpo). Die deutschen Rodler haben beim Weltcup in Calgary die Konkurrenz in den Schatten gestellt. Sie fuhren vier Siege in vier Rennen ein. Für die größte Überraschung sorgte David Möller. Routine dagegen schon der Sieg von Sylke Otto.
Vier Siege in vier Rennen und dazu noch ein vierter Platz des wiedererstarkten Georg Hackl - die deutschen Rodler sind beim Weltcup in Calgary mit der Konkurrenz Schlitten gefahren. Für die größte Überraschung sorgte der 21-jährige David Möller aus Oberhof, der den ersten Weltcup-Erfolg seiner Laufbahn herausfuhr. Trotz des stürmisch wehenden Chinook-Windes waren auch Olympiasiegerin Sylke Otto (Oberwiesenthal), die Doppelsitzer Andre Florschütz/Torsten Wustlich und das deutsche Team nicht zu schlagen.
"Ich bin total überrascht, damit habe ich in meinen kühnsten Träumen nicht gerechnet. Aber ich habe nochmal heftig an meinem Schlitten gearbeitet, und jetzt bin ich einfach superglücklich", sagte Möller strahlend. Der zweimalige Junioren-Weltmeister verwies nach Bestzeit in beiden Läufen Olympiasieger Armin Zöggeler aus Italien um 0,113 Sekunden geschlagen auf Rang zwei.
Hackl erreicht mit Rang vier bestes Saisonresultat
Nach jeweils einem zweiten Platz in den vergangen beiden Weltcup-Wintern klappte es auch dank Möllers Heim-Trainer Wolfgang Staudinger nun mit dem großen Wurf: "Er hat sieben Jahre in Kanada gelebt und mir viele gute Tipps gegeben." Der dreimalige Olympiasieger Georg Hackl (Berchtesgaden) war rund eine halbe Sekunde langsamer als Möller, schaffte aber als Vierter hinter dem US-Amerikaner Tony Benshoof sein bestes Saisonresultat.
"Ich freue mich für David. Er hat viel getan und ist belohnt worden", gratulierte Hackl seinem potenziellen Nachfolger. Dass der 37 Jahre alte Routinier den Kampf um die Nummer 1 im Team noch längst nicht aufgegeben hat, bewies er in Calgary mit seiner Rückkehr in die Weltelite: "Nach den ersten beiden Weltcups war ich schon enttäuscht, aber jetzt bin ich wieder dran. Hier haben zwei eher schlechte Läufe zu Platz vier gereicht." Im Viessmann-Gesamtweltcup führt der zum ersten Mal in dieser Saison geschlagene Zöggeler mit 285 Punkten, Möller (186) ist Vierter, Hackl (135) verbesserte sich auf Platz sieben.
Otto vor Niedernhuber
Bei den Damen holte sich Otto mit dem ersten Saisonerfolg mit 270 Zählern die Führung im Gesamtweltcup von der diesmal nur achtplatzierten Silke Kraushaar (Oberhof/242) zurück. Otto siegte in dem wegen des Sturms erst verlegten und dann auf einen Durchgang verkürzten Rennen mit dem Bahnrekord von 46,817 Sekunden vor Barbara Niedernhuber (Königssee/46,974).
Die deutschen Damen sind damit seit November 1997 in 74 Rennen ungeschlagen. "Das war ein chaotischer Tag, aber das lange Warten hat sich gelohnt", kommentierte Otto. Niedernhuber wurde vom Wind an die Bande gedrückt und zerstörte sich ihren Rennanzug: "Zum Glück habe ich am Ende noch zugeschlagen. Bei dem Sturm waren wir nur ein Spielball."
Bei den Doppelsitzern nutzten Andre Florschütz/Torsten Wustlich (Oberhof/Oberwiesenthal) die komplizierten Bedingungen zum ersten Sieg seit dem WM-Titel 2001. Winzige fünf Tausendstelsekunden dahinter machten die Olympiasieger Patric Leitner/Alexander Resch (Königssee/Berchtesgaden) den Doppelsieg perfekt. "Auf diesen Sieg haben wir lange warten müssen, aber wir werden jetzt nicht übermütig", erklärte Florschütz.
Deutschland führt in der Gesamtwertung
Die nach zwei Siegen diesmal fünftplatzierten Linger-Brüder aus Österreich führen im Viessmann-Gesamtweltcup mit 255 Punkten vor Leitner/Resch (216 Zähler). In der Teamwertung führt Deutschland, nachdem Kraushaar, Leitner/Resch und Jan Eichhorn (Oberhof) auch den zweiten Nationen-Wettbewerb souverän gewannen.
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