Tor Arne Hetland neuer Sprint-Weltmeister: Deutsche Ski-Sprinter erfüllten nur Minimalziel
zuletzt aktualisiert: 21.02.2001 - 19:38Lahti (dpa). Die Top-Favoritin Pirjo Manninen (Finnland) und der norwegische Weltcup-Dritte Tor Arne Hetland haben die erstmals vergebenen Sprint-Titel bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Lahti gewonnen.
Die mit Medaillen-Hoffnungen gestarteten deutschen Sprinter blieben im Halbfinale hängen und erfüllten mit den Plätzen sechs für Peter Schlickenrieder (Hirschau) und Acht für Rene Sommerfeldt (Oberweißenbrunn) nur ihr Minimalziel.
Bei Dauer-Schneefall war die 19 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin aus Rovaniemi am Polarkreis sowohl in der Qualifikation als auch den drei folgenden K.o.-Runden jeweils die Schnellste. Sie erkämpfte einen Tag nach ihrem Bruder Hannu, der mit dem finnischen Team Dritter in der Kombinierer-Staffel geworden war, die zweite Medaille für ihre sportbegeisterte Familie. Hinter Manninen machte Kati Sundqvist vor 30 000 begeisterten Zuschauern den Doppel-Erfolg der Gastgeber perfekt. Bronze ging an die Russin Julja Tschepalowa. Hetland verwies im spannenden Männer-Finale auf der 1,5 km langen Runde den Italiener Christian Zorzi auf Platz zwei.
Schlickenrieder und Sommerfeldt scheiterten im Halbfinale beim «Länderkampf» gegen die Norweger Hetland und Solbakken auf der Zielgeraden. «Das war taktisch unklug. Den von hinten kommenden Solbakken hätten sie in der Zielkurve weiter nach außen drücken müssen. Das hätte so einem routinierten Fuchs wie Schlicki nicht passieren dürfen», kritisierte Weltcup-Koordinator Jochen Behle. «Es war mehr drin. Das Minimalziel habe ich zwar erreicht, doch ich wollte eine Medaille, zumal ich in der Qualifikation die drittbeste Zeit gelaufen bin», meinte der sichtlich enttäuschte zweimalige Sprint-Weltcupsieger Schlickenrieder.
Für Manuela Henkel (Oberhof/10.) und Claudia Künzel (Oberwiesenthal/14.) war bereits im Viertelfinale Endstation. Der Thüringerin fehlten als Dritte winzige vier Zehntelsekunden zum Einzug in die Runde der letzten Acht. Die Erzgebirglerin, die mit gebrochenem rechten Daumen antrat, beendete ihr Rennen als Vierte und schimpfte über die Strecke: «Das ist im Prinzip kein Sprint. Zwei Runden wären besser gewesen. Ich wollte von hinten angreifen, doch auf der Außenbahn war der Weg zu weit.» In der Hand habe sie keine Schmerzen gespürt. «Deshalb werde ich auch in der Staffel am Freitag laufen», blickte sie ihrem nächsten Einsatz entgegen.
Manuela Henkel war bitter enttäuscht. «Ich wollte mindestens unter die letzten Acht. Die paar Zehntel sind ärgerlich. Ich konnte aus der letzten Kurve nicht genug Schwung mitnehmen», fluchte sie und musste den Traum begraben, wie vor zwei Wochen ihre drei Jahre jüngere Schwester Andrea von der Biathlon-WM eine Medaille mit nach Hause zu nehmen.
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