Sommerfeldt/Schlickenrieder Dritte im Staffel-Sprint: Deutsche Skilangläufer stürmen erstmals aufs Treppchen
zuletzt aktualisiert: 13.12.2000 - 15:53Clusone (dpa). Auf einem weißen Schnee-Band inmitten grüner Wiesen stürmten die deutschen Skilangläufer am Mittwoch im italienischen Clusone zu ihrem besten Saison-Resultat. Rene Sommerfeldt (Oberweißenbrunn) und Peter Schlickenrieder (Schliersee) schafften als Dritte bei der Sprintstaffel über 5x1,5 km erstmals in diesem Winter den Sprung aufs Siegertreppchen, wobei Schlickenrieder durch einen Sturz den Kontakt zu den beiden führenden italienenischen Staffeln und damit ein mögliches noch besseres Ergebnis einbüßte.
Manuela Henkel (Oberhof) und Claudia Künzel (Oberwiesenthal) liefen als Sechste ins Ziel. In der Nationenwertung erreichten die deutschen Männer sogar den zweiten und die Frauen den vierten Rang, weil pro Land nur eine Staffel gewertet wird. Die Tagessiege auf der mit per Lkw und Hubschrauber vom Furnale-Pass angeliefertem Schnee präparierten Loipe gingen an Italien I mit Fulvio Valbusa/Fabio Maj vor Italien II sowie bei den Frauen an Russland I mit Olga Sawjalowa/Julia Tschepalowa (Foto) vor Italien I, Russland II und Kasachstan.
"Ich habe mich bei der Abfahrt etwas mit Christian Zorzi verhakelt. Dabei kam ich in die Rücklage und landete auf der Wiese. Sonst wäre noch mehr drin gewesen", fluchte der als ausgezeichnete Abfahrer bekannte Peter Schlickenrieder. Dadurch fiel das deutsche Duo vorübergehend auf den vierten Platz hinter Russland II zurück. "Fantastisch, wie Rene den Rückstand auf der schweren Runde wieder wett machte, was bei so einem Sprint schon eine außergewöhnliche Leistung ist", lobte Weltcup-Koordinator Jochen Behle seine Mannen. "Der dritte Platz in der Tageswertung und der zweite im Nationencup sind super. Dass aber noch mehr möglich war, belegt unseren guten Weg und sollte das Selbstvertrauen stärken", fügte Behle hinzu.
Der deutsche Rekord-Meister verkannte aber auch nicht, dass in Clusone sehr viele Top-Athleten fehlten. "Allerdings haben die Skandinavier hier ihre für die WM vorgesehenen Sprint-Teams an den Start geschickt. Doch das war heute kein echter Sprint mehr, denn Laufzeiten von über vier Minuten pro Runde sind für Sprints extrem lang. Heute war richtige Ausdauer, nicht nur Sprint-Ausdauer gefragt", erläuterte er.
Ergebnisse vom Skilanglauf-Weltcup, Cluson/Italien:
Frauen, Sprintstaffel (6 x 1,5 km):
1. Russland I (Olga Sawjalowa, Julia Tschepalowa) 29:19,9 Minuten 2. Italien I (Sabina Valbusa, Stefania Belmondo) 7,2 Sekunden zurück 3. Russland III (Olga Moskalenko, Irina Skladnjewa) 56,0 4. Russland II 1:24,9 Minuten zurück 5. Kasachstan 1:28,5 6. Deutschland (Claudia Künzel/Oberwiesenthal, Manuela Henkel/Oberhof) 1:40,1 7. Finnland 1:44,3 8. Finnland II 2:07,0 9. Italien II 2:19,4 10. Norwegen 2:27,9
Männer, Sprintstaffel (10 x 1,5 km Freistil):
1. Italien I (Fulvio Valbusa, Fabio Maj) 44:04,9 Minuten 2. Italien II (Giorgio Di Centa, Christian Zorzi) 0,4 Sekunden zurück 3. Deutschland (Rene Sommerfeldt/Oberweißenbrunn, Peter Schlickenrieder/Hirschau) 24,1 4. Russland II 25,1 5. Russland I 54,2 6. Norwegen II 1:01,9 7. Italien III 1:02,1 8. Deutschland II (Tobias Angerer(Vachendorf, Jens Filbrich/Oberhof) 41:59,2 Minuten (eine Runde zurück)
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