1:4 gegen Argentinien: Deutsches Fed-Cup-Team ausgeschieden
zuletzt aktualisiert: 23.07.2001 - 09:56Hamburg (rpo). Die deutschen Tennisdamen sind ihrer vermeintlichen Favoritenrolle nicht gerecht geworden und in der zweiten Runde des Fed-Cups an Argentinien gescheitert. Damit haben sie die angestrebte Endrundenteilnahme im November in Madrid verpasst.
Durch die 2:6, 7:6 (9:7), 2:6-Niederlage von Barbara Rittner gegen Maria Emilia Salerni lagen die Südamerikanerinnen bereits vor dem abschließenden Doppel uneinholbar mit 3:1 in Führung. Anke Huber hatte zuvor das spannende und fast dreistündige Spitzenspiel gegen Paola Suarez mit 6:4, 3:6, 10:12 verloren.
Bundestrainer Markus Schur hatte sich am Freitag mit der Nominierung der 28-jährigen Rittner für die Routine und gegen die Zukunft entschieden. Die 18 Jahre alte Bianka Lamade sah sich die Einzel überraschend nur aus der Spielerbox an. Rittner konnte das Vertrauen allerdings nicht rechtfertigen. Sie verlor am Samstag auch ihr Match gegen Suarez mit 6:3, 3:6, 2:6. Huber hatte Deutschland durch den 4:6, 6:2, 6:1-Erfolg über die erst 18-jährige Salerni in Führung gebracht.
Barbara Rittner hatte auch am Sonntag ihre Nerven nicht Griff und enttäuschte die Hoffnungen von Schur. Im zweiten Satz konnte sie eine 5:2-Führung nicht halten. Die Leverkusenerin verschlechterte ihre Einzelbilanz im Fed-Cup damit auf fünf Niederlagen bei nur zwei Siegen. Ihre Erfahrung aus zehn Jahren Fed-Cup nutzte ihr gegen die argentinische Juniorin nichts. "Mir hat die Lockerheit gefehlt, ich war sehr, sehr nervös", räumte Rittner bereits am Samstag ein.
"Es ist sehr schade für uns, dass wir die Endrunde verpasst haben", sagte Schur: "Es wäre ein schöner Erfolg gewesen, der gezeigt hätte, dass das deutsche Damentennis im Aufwind ist." Stattdessen musste er am Sonntag noch einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Spitzenspielerin Anke Huber erklärte in einem Interview mit der Welt am Sonntag ihren Rücktritt im Januar 2002. Der Bundestrainer erfuhr davon erst am Samstag um 22.00 Uhr. DTB-Präsident Dr. Georg von Waldenfels bedauerte die Entscheidung der 26-Jährigen: "Sie ist nicht von heute auf morgen zu ersetzen und nach wie vor eine Ausnahmeerscheinung."
Die Wahl-Salzburgerin zeigte am Sonntag gegen Suarez wieder eine jener emotionalen Achterbahnfahrten, die sich durch ihre gesamte zwölfjährige Profikarriere zogen. Nach gewonnenem ersten Satz verkrampfte sie völlig, lag im dritten schon 1:5 zurück und wehrte bei 3:5 zwei Matchbälle ab. Huber gab angefeuert von den 4. 300 Zuschauern aber nie auf und hatte bei 8:7 und 10:9 insgesamt drei Matchbälle. Nach 2:39 Stunden aber verlor sie das Spiel doch noch. "Sie hat den Kampfgeist gezeigt, ohne den man nicht an die Spitze kommt", lobte von Waldenfels: "Leider zeigen den nicht mehr alle Spieler."
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