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Düsseldorf
Deutsches Tischtennis erlebt WM-Debakel

Düsseldorf. 1985 spielte Jörg Roßkopf seine erste Tischtennis-Weltmeisterschaft. Ihm wurden, trotz Platz 17 mit der Mannschaft, überzeugende Vorstellungen an der Platte attestiert. 31 Jahre später verpasst eine deutsche Mannschaft erstmals wieder die Hauptrunde einer WM. Und Roßkopf versucht als Trainer das Debakel im malaysischen Kuala Lumpur zu erklären.

1:3 gegen Frankreich, 1:3 gegen England und zum Schluss ein zu knapper 3:2-Erfolg gegen Schweden. Damit kann das DTTB-Team maximal noch Platz 13 erreichen. "Wir sind ungemein enttäuscht", sagte Roßkopf und wollte die Ursache nicht alleine auf das Fehlen der beiden Spitzenathleten Timo Boll (34, Grippe) und Dimitrij Ovtcharov (27, Rückenprobleme) reduzieren. Ganz einig in der Analyse waren sich Roßkopf und Sportdirektor Richard Prause indes nicht. Während der Coach sagte, die Qualität der übrigen Spieler sei hoch genug, betonte Prause: "Das ist ein Weckruf. Wir müssen hinter unseren Galionsfiguren mehr tun." Ruwen Filus (28), Steffen Mengel (27) oder Bastian Steger (34) ließen ihr Potenzial zu selten aufblitzen. Hochtalentierter Nachwuchs, der den übermächtigen Chinesen in Zukunft Paroli bieten kann, wird noch gesucht.

Aber Jugendarbeit, das ist mittelfristige Zukunftsmusik. Nun geht es vor allem um die nahe Zukunft, die Olympischen Spiele in Rio in diesem Sommer. Dort soll ein erneutes Debakel verhindert werden. "Wir werden unseren Setzplatz zwei wohl behalten. Ich freue mich auf den 29. Mai. Dann werden wir unsere intensive Olympia-Vorbereitung beginnen", sagte Roßkopf. Die Freude und Hoffnung beruhen vor allem darauf, Boll und Ovtcharov bis dahin in Top-Form oder zumindest in die Nähe dieser zu bringen.

Ovtcharov analysiert den Stand des deutschen Tischtennis treffend: "Die Erfolge in den vergangenen Jahren sind gestanden und gefallen mit der Form von Timo und mir. Wenn wir fit sind und unser volles Potenzial abrufen, sind wir das einzige Team hinter China mit zwei Top-10-Spielern."

(erer)
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