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Düsseldorf
DFB-Chef Grindel entsetzt über die Blatter-Clique

Düsseldorf. Drei Tage, nachdem sein Fußball-Imperium implodiert war, beschloss Joseph S. Blatter: Ich sollte wenigstens weitere Millionen verdienen. Also setzten seine Freunde und engsten Verbündeten, der damalige Fifa-Vize Issa Hayatou (69) und Generalsekretär Jerome Valcke (55), am 30. Mai 2015 ihre Unterschriften unter einen neuen Arbeitsvertrag des Fifa-Präsidenten, der dem gerade wiedergewählten Blatter bis zu 27 Millionen Euro garantierte. "Es ist alles sauber und fair gewesen", sagte Blatter zu den schier ungeheuerlichen Zahlungsvorgängen, die von der "neuen" Fifa am Freitag taktisch sehr geschickt enthüllt worden waren.

Blatter, Valcke und dessen inzwischen ebenfalls gefeuerter Stellvertreter Markus Kattner (45) aus Bayreuth haben sich demnach über Jahre mit "Abmachungen unter Ehrenmännern" über 71 Millionen Euro zugeschanzt. Hayatou und der inzwischen verstorbene Ex-Fifa-Finanzchef Julio Grondona (Argentinien) machten mit. "Ich erwarte von der Fifa, dass sie alles unternimmt, diese Gelder, die dem Fußball gehören, zurückzuholen", forderte DFB-Chef Reinhard Grindel.

Vor den Enthüllungen um die Blatter-Clique war der neue Fifa-Chef Gianni Infantino (46) weltweit in die Kritik geraten. Dem Schweizer wird ein Komplott gegen den früheren Chefaufseher Domenico Scala vorgeworfen, der Mitte Mai nach dem Kongress in Mexiko entnervt zurückgetreten war. Scalas Name taucht in den Verträgen auf. Der Schweizer war Mitglied des Fifa-Vergütungsausschusses, der einige der höchst zweifelhaften Bonuszahlungen für Blatter, Valcke und Kattner geprüft und abgesegnet hat.

Infantino soll in Mexiko laut "FAZ" ein Gehalt jenseits der Zwei-Millionen-Euro als Beleidigung abgetan haben. Sobald sein Vertrag unterschrieben sei, werde er "mit Vergnügen" die Details offenlegen - und es seien dann "weniger" als zwei Millionen, sagte Infantino.

(sid)
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