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Frankfurt/M.
DFB droht in WM-Affäre eine hohe Nachzahlung

Überblick: Die Zuständigkeiten im deutschen OK bei der WM
Überblick: Die Zuständigkeiten im deutschen OK bei der WM FOTO: dpa
Frankfurt/M.. Die WM-Affäre könnte den Deutschen Fußball-Bund teuer zu stehen kommen. Dem DFB drohen Steuer- und Zinsnachzahlungen von bis zu 25 Millionen Euro. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf interne Berechnungen der Behörden. Zu dieser Summe kann es nur kommen, wenn dem DFB für das Jahr 2006 nachträglich die Gemeinnützigkeit und die damit verbundenen Steuervorteile entzogen werden. Der Verband äußerte sich dazu nicht. Laut "SZ" rechnet man beim DFB nur mit einer Nachzahlung von rund 3,5 Millionen Euro, weil die Steuererklärung für das Jahr 2006 nicht korrekt war.

Die steuerrechtliche Aufarbeitung des WM-Skandals dreht sich um die Rücküberweisung der Dreyfus-Millionen im Jahr 2005. Der frühere Adidas-Chef hatte zunächst im Auftrag der deutschen WM-Macher einen Betrag von zehn Millionen Schweizer Franken an den Weltverband (Fifa) gezahlt. Ein Jahr vor der WM überwies das Organisationskomitee (OK) die inklusive Zinsen umgerechnet 6,7 Millionen Euro über ein Fifa-Konto an den Franzosen.

Diese 6,7 Millionen wurden in der Abschlussbilanz der WM 2006 verbucht - allerdings falsch deklariert als Beitrag zu einer WM-Gala, die nie stattfand. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit Wochen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Die Behörden sind sich sicher, dass der Steuerbescheid anders ausgefallen wäre, wenn der tatsächliche Grund für die Überweisung angegeben worden wäre. Beim DFB geht man jedoch davon aus, dass die 6,7 Millionen Euro so oder so steuerlich absetzbare Betriebsausgaben gewesen seien und dass deshalb trotz der falschen Deklarierung keine Steuerhinterziehung vorlag.

Fragen und Antworten zur WM-Affäre

Mitentscheidend für die Höhe der Nachzahlung wird sein, ob die Gemeinnützigkeit des DFB für 2006 unangetastet bleibt. Interimspräsident Rainer Koch hatte auch deshalb eine schonungslose Aufklärung gefordert und betont: "Über all dem steht die Frage: Was ist mit der Gemeinnützigkeit? Wenn die wegfällt, macht das pro Jahr mal eben 15 Millionen Euro aus."

Sollte es zu einer Nachzahlung kommen, könnte der DFB laut "Süddeutscher Zeitung" Schadenersatz von seinen früheren Spitzenfunktionären fordern. Theo Zwanziger und Horst R. Schmidt hatten 2005 die verschleierte Rückzahlung angeordnet, Wolfgang Niersbach später die falsche Steuererklärung unterschrieben. Laut "SZ" haben alle OK-Mitglieder damals jedoch Vermögensschadens-Haftpflichtversicherungen abgeschlossen, die in diesem Fall greifen könnten.

(dpa)
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