Olsen und Hiddink grundsätzlich interessiert: DFB: erst Henke, ab 2005 dann Hitzfeld?
zuletzt aktualisiert: 13.07.2004 - 14:53Neuss (rpo). Die mittlerweile berühmte Trainerfindungskommission (TFK) des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat getagt und sich einen Maulkorb verpasst. Dennoch sickerte durch, dass es angeblich einen von der Bundesliga vorgeschlagenen Geheimplan gibt. Der sieht vor: Bis Ende dieses Jahres soll der langjährige Assistent Ottmar Hitzfelds, Michael Henke, die Nationalelf betreuen, ehe dann Hitzfeld selbst 2005 Bundestrainer wird.
Damit soll der ursprüngliche Topfavorit Hitzfeld trotz seiner Absage am 1. Juli noch einmal zum Umdenken bewogen werden. Der ehemalige Bayern-Coach soll demnach am 1. Januar 2005 ausgeruht und mit frischen Kräften die Nachfolge von Rudi Völler antreten. In den sieben Länderspielen 2004 könnte sein langjähriger Assistent Michael Henke die Nationalelf, die bis zur WM 2006 als Gastgeber keine Pflichtspiele zu bestreiten hat, übergangsweise betreuen.
"Dazu gibt es von meiner Seite keinen Kommentar. Das sind für mich alles ungelegte Eier. Ich will nicht Opfer von Spekulationen werden", sagte Henke am Dienstag. Der langjährige Assistent von Hitzfeld bei Borussia Dortmund und Bayern München kann sich allerdings auch nicht vorstellen, dass sein derzeit arbeitloser Chef seine Meinung noch einmal revidiert: "Ich weiß ja gar nicht, ob sich der Ottmar nochmal bewegt. Wir haben seit drei Tagen nicht mehr miteinander gesprochen. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, dass er sich noch anders entscheidet, denn er hat seine Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen", so Henke weiter. Der 47-Jährige versicherte zudem, dass er bislang in dieser Angelegenheit keinen Kontakt zum DFB gehabt habe.
Die neue Variante mit Henke und dann Hitzfeld hatte Borussia Dortmunds Manager Michael Meier in der Bild-Zeitung ins Spiel gebracht. "Hitzfeld war nach dem Völler-Rücktritt von Anfang an die erste und beste Lösung. Nach der bisher erfolglosen Trainersuche sollten wir versuchen, noch einmal mit Hitzfeld zu sprechen und ihn zu überzeugen", sagte Meier und fügte hinzu: "Denkbar ist, dass er dieses Jahr noch kein Spiel der Nationalmannschaft betreut, sondern Urlaub macht und Kraft tankt. Und am 1. Januar 2005 als Bundestrainer einsteigt." Auch Hitzfelds früherer Arbeitgeber Bayern München soll diese Lösung der TFK mit Bayern-Präsident Franz Beckenbauer an der Spitze vorgeschlagen haben.
Interimslösung?
Dieses DFB-Sondereinsatzkommando hat sich am Dienstag wieder zu Beratungen in Frankfurt/Main getroffen, ohne allerdings nach den Absagen von Hitzfeld und Otto Rehhagel konkrete Ergebnisse vorzulegen. Beckenbauer deutete aber an, dass man zumindest für das erste Saison-Länderspiel am 18. August in Wien gegen Österreich eine Interimslösung ins Auge fasst: "Wenn es bis dahin noch keinen Nachfolger gibt, wird man eine Übergangslösung finden. Beim DFB sind ja eine Reihe tüchtiger Leute beschäftigt."
Unterdessen hat sich Rehhagel, der mit seiner Absage am Samstagabend die Suche wieder in Gang gebracht hatte, von seinem Urlaubsort Sylt in die Diskussion eingeschaltet und Lothar Matthäus (43) als Völler-Nachfolger empfohlen. "Der Lothar hat Unterstützung von Franz, und er hat Fußball-Sachverstand", sagte der 65-Jährige der "Sport-Bild". Der frühere Nationalspieler Mario Basler sieht das allerdings anders: "Wie er (Matthäus, d.Red.) sich ins Gespräch bringt. Wie soll das noch enden? Schließlich hat er noch einen Vertrag mit Ungarn", sagte der Teammanager des Regionalligisten Jahn Regenburg in "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Fernsehens,
Neben dem deutschen Rekord-Nationalspieler Matthäus sind weiterhin auch der dänische Nationalcoach Morten Olsen und Guus Hidink vom PSV Einhoven im Rennen. "Es ehrt mich, zum Kandidatenkreis zu zählen. Außerdem ist Deutschland ein großes Fußballland, die Bundesliga gehört zu den fünf stärksten Ligen in Europa. Dazu findet die nächste WM in zwei Jahren in Deutschland statt. Von daher ist es natürlich für jeden Trainer eine reizvolle Aufgabe. Es sind jedoch Spekulationen, die ich nicht weiter kommentieren möchte. Außerdem habe ich mit dem dänischen Fußball-Verband noch einen Vertrag bis 2006", sagte Olsen im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt. Hiddink ließ über seinen Verein ausrichten, dass er sich zu diesem Thema in den nächsten Tagen nicht mehr äußern werde.
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