Jan Ullrich weiter zurück gefallen: Di Luca gewinnt Bergetappe
zuletzt aktualisiert: 23.05.2001 - 19:40Montevergine di Mercogliano (rpo). Den vierten Tagesabschnitt des 84. Giro d'Italia hat der Italiener Danilo Di Luca für sich entschieden. Di Luca setzte sich am Mittwoch auf der Bergetappe von Potenza nach Montevergine di Mercogliano nach einem 17 km langen Schlussanstieg in einer 20 Fahrer starken Gruppe durch. Telekom-Profi Hondo spielte diesmal keine Rolle. Olympiasieger Jan Ullrich (Foto) verlor mehrere Minuten. Neuer Spitzenreiter des Giro ist der Italiener Dario Frigo.
Jan Ullrich behielt Recht und verlor bei der ersten von drei Giro-Bergankünften viel Zeit auf die Besten. Im 1270 Meter hoch gelegenen Ziel auf dem Montevergine trennten den Olympiasieger am Mittwoch im Ziel der 4. Etappe nach 169 Km über sieben Minuten vom diesmal besten Kletterer Danilo di Luca (Foto unten). Das Rosa Trikot wechselte nach fünf Tagen vom Belgier Rik Verbrugghe zum Italiener Dario Frigo, der trotz eines Sturzes zeitgleich mit dem Tagessieger an der Spitze einer etwa 20 Fahrer starken ersten Gruppe ins Ziel kam. Verbrugghe musste den Tribut für die Anstrengungenen der vorangegangenen Tage zahlen und verlor zweieinhalb Minuten.
Ullrich, immer noch durch eine ausklingende Bronchitis behindert, hatte angekündigt, nicht an seine derzeitigen Grenzen zu gehen. Auch Marco Pantani ist offensichtlich noch nicht so weit, auch wenn der Italiener andere Perspektiven als Ullrich hat. Auf dem 17,1 Km langen Schlussanstieg konnte sich der Glatzkopf bei starkem Regen nicht in Szene setzen wie noch auf der ersten Etappe und verlor 30 Sekunden auf di Luca. Sechs Kilometer vor dem Ziel hatte sich durch eine Tempoverschärfung die Gruppe der stärksten 20 Fahrer gebildet, die den Sieg unter sich ausmachten.
"Meine Topform will ich in der letzten Woche haben, wenn der Giro entschieden wird", sagte Pantani, der beim Giro von fünf Bodyguards begleitet wird, und der für die Tour de France bekanntlich die Rote Karte der Veranstalter erhielt. Ullrich wartet auf Genesung und steigende Form, um in der übernächsten Woche an einen ersten ernsthaften Tour-Test denken zu können. "Es war ja klar, dass ich heute nicht vorne mit fahre. Ich habe es ganz ruhig angehen lassen", lautete einmal mehr Ullrichs Analyse. Der Telekom-Kapitän erreichte das Ziel mit seinen Team-Kollegen Kai Hundertmarck (Kelsterbach) und Giuseppe Guerini (Italien).
Der Held der vergangenen beiden Tage, Danilo Hondo, stand wegen des Streckenprofils erwartungsgemäß diesmal nicht in Mittelpunkt. Der 27-jährige Cottbuser eifert Erik Zabel beim Giro nicht nur in Bezug auf Etappensiege vom Fließband nach. Am Mittwoch zum ersten Mal im Trikot des Punktbesten unterwegs, konzentrierte sich der zweifache Tagessieger auch auf die Zwischensprints. In Eboli baute Hondo im lilafarbenen Trikot mit einem zweiten Platz seine Führung in der Punktwertung, die Zabel bei der Tour de France fünf Mal in Folge gewann, aus.
Die 5. Etappe führt am Donnerstag von Avellino über 229 Km nach Nettuno und bietet den Sprintern wieder Gelegenheit, zu glänzen.
Vierte Etappe über 149 km von Potenza nach Montevergine di Mercogliano:
1. Danilo Di Luca 4:34:12 Stunden 2. Gilberto Simoni 3. Stefano Garzelli 4. Giuliano Figueras 5. Davide Rebellin (alle Italien) alle gleiche Zeit 6. Sergej Gontchar (Ukraine) 0:03 Minuten zurück 7. Dario Frigo (Italien) 8. Jose Azevedo (Portugal) 9. Ivan Gotti 10. Giuseppe Di Grande (beide Italien) alle gleiche Zeit . . 18. Abraham Olano (Spanien) 0:09 . 28. Marco Pantani (Italien) 0:32
Gesamtklassement:
1. Frigo 2. Olano 0:12 zurück 3. Simoni 0:13
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