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Juan Arango
"Die Fans von Mönchengladbach sind die besten in Deutschland"
Herr Arango, Sie haben bei Borussia Mönchengladbachs 2:0 gegen Mainz wieder ein verblüffendes Tor erzielt. Aus 44 Metern haben Sie den Ball fast von der Außenlinie im hohen Bogen ins Tor geschossen – und sind dabei sogar noch ausgerutscht. Hatten Sie Zweifel, dass der Ball ins Tor fliegt?

Arango Es gab so einen kurzen Augenblick, als ich dachte: Der Ball fliegt viel zu hoch, er wird nicht reingehen. Aber der Ball nahm rechtzeitig die Kurve, die ich mir für ihn vorgenommen hatte. Da wusste ich: Das ist mein Tor.

Dachten Sie das wirklich, obwohl Mike Hanke auf der Linie auch an den Ball ging?

Arango Wenn Mike das Tor zugeschrieben bekommen hätte, wäre das auch gut so. In dem Moment war mir nur wichtig, dass die Aktion tatsächlich ein Tor bringt, dass wir das Spiel gewinnen und die drei Punkte sichern. Außerdem: Wenn Mike das Tor gemacht hätte, wäre es mein Zuspiel gewesen und ich hätte die Punkte in der Scorer-Liste, was mich auch zufrieden gemacht hätte.

Sind Sie stolz auf Ihren Lauf, auf die schönen Tore, auf Ihre wichtige Rolle in der Mannschaft?

Arango Ja, ich bin stolz auf all diese positiven Erlebnisse der letzten Monate, aber das ist für mich nicht das Wichtigste. Noch wichtiger als meine schönen Tore ist, dass die Mannschaft in dieser Saison unter den ersten zehn der Bundesliga überwintern wird, dass wir weit entfernt vom Abstiegskampf sind.

Was sagen Ihnen die Kollegen, wenn Sie solch wunderbare Tore schießen?

Arango Die Jungs freuen sich einfach, genau so wie die Fans, deren Unterstützung und Dankbarkeit ich spüre, wenn sie meinen Namen rufen. Es gibt auch nichts Schöneres, als diese Anerkennung zu bekommen. Nirgendwo habe ich mich so gut behandelt gefühlt wie hier.

Sie sind auf dem Weg, Kultspieler in Mönchengladbach zu werden. Wie ist Ihre Beziehung zu den Fans?

Arango Die Fans von Mönchengladbach sind die besten in Deutschland. Sie haben immer die Mannschaft unterstützt, in guten wie in schlechten Zeiten. Für mich als Fußballspieler gibt es nichts Wichtigeres als das Gefühl zu haben, dass die Fans hinter mir stehen.

Bei der Wahl zum Borussen-Tor des Monats haben Sie 2012 schon sechsmal gewonnen, auch der Treffer gegen Mainz dürfte vorn landen. Überraschen Sie sich manchmal selbst?

Arango Nein, sie überraschen mich nicht. Ich weiß, was ich kann, was ich in der Lage bin zu erreichen. Dafür trainiere ich auch so hart. Aber erwarten darf man auch nichts. Jede Spielsituation ist anders. Man darf nicht mit etwas Bestimmtem im Kopf auf das Spielfeld gehen. Sonst riskiert man, dass alles schiefläuft.

Welche Bilanz ziehen Sie für 2012?

Arango In diesem Jahr habe ich mich unheimlich verbessert. Mein Offensiv- und Defensivspiel sind viel effektiver und ausgeglichener, mein Fitnesszustand ist besser denn je, ich erziele mehr Tore und beteilige mich an vielen Treffern meiner Kollegen. Die letzten zwei Spielzeiten hier in Gladbach zähle ich als die besten meiner Karriere.

Sie werden immer besser mit der Zeit. Haben Sie mit 32 Jahren Ihre maximale Leistungsgrenze erreicht?

Arango Glauben Sie mir: Wenn ich anfange zu fühlen, dass ich nichts mehr aus mir rausholen und ich mich nicht mehr verbessern kann, genau an diesem Tag werde ich aufhören, Fußball zu spielen. Aber zurzeit ist das nicht der Fall. Im Gegenteil, ich fühle mich sehr gut, ich habe den Eindruck, dass ich gerade meine beste Zeit als Profi durchmache. An mein Alter denke ich nicht.

DANIEL MARTINEZ UND KARSTEN KELLERMANN FÜHRTEN DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
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