Wer in Düsseldorf die besten Chancen hat: Die Stars der Loipe
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 13.10.2004 - 11:07Düsseldorf (RP). Beim Sprint-Weltcup-Auftakt der Langläufer in Düsseldorf geht es um die ersten Punkte. Die Favoriten kommen dabei aus Italien und Skandinavien. Claudia Künzel war frustriert. Beim Weltcup-Auftakt der Langläufer im vergangenen Jahr am Düsseldorfer Rheinufer wurde sie nur sechste. Ausgerechnet im Sprint. Als WM-Zweite gehörte die 25-Jährige aus Oberwiesenthal zum engeren Favoritenkreis, doch am Ende wurde sie sogar von Uschi Disl überflügelt. Einer Biathletin.
Eigentlich hatte Disl nur aus Spaß mitgemacht. Weil Bundestrainer Jochen Behle dafür war. Weil der Langlaufwettbewerb mit dem Zugpferd aus einer anderen Nordischen-Disziplin so mehr Aufmerksamkeit erregen sollte. Weil dieses letzte Oktober-Wochenende gut in ihren Terminplan gepasst hat. Am Ende wurde Disl vierte und war mächtig stolz: „Unglaublich ich bin jetzt ganz vorne im Gesamt-Weltcup bei den Langläuferinnen dabei.” Einen ähnlichen Coup trauen ihr Experten auch in diesem Jahr zu.
Evi Sachenbacher, prominenteste deutsche Läuferin, tastet sich nach langer Verletzungspause erst behutsam wieder an die Weltspitze heran. In Düsseldorf wird es für eine Platzierung im vorderen Feld wohl noch nicht reichen. „Sie hat in den vergangenen Wochen extrem hart trainiert”, verrät Langlauf-Experte Peter Schlickenrieder. „Das steckt ihr sicherlich noch in den Knochen. Die ersten Rennen werden zeigen, ob sie schon die nötige Spritzigkeit hat. Ich bin da skeptisch.” Bessere Chancen räumt er den anderen Aushängeschildern im deutschen Lager ein.
Wie zum Beispiel Manuela Henkel. Wie Vizeweltmeisterin Claudia Künzel. „In diesem Winter gehört der Weltcup-Auftakt neben der Weltmeisterschaft in Oberstdorf für die Langläufer zu den Höhenpunkten der Saison”, erklärt Schlickenrieder. „Das Medieninteresse ist enorm. Jeder will dort natürlich eine gute Figur machen.” Uschi Disl ebenso. Die Oberbayerin ist indes gehandicapt durch eine leichte Erkältung.
Gänsehaut beim Rennen Die härteste Konkurrenz für die deutschen Langlauf-Damen im Sprint kommt aus Italien und Skandinavien. 2003 gewann die Italienerin Gabriella Paruzzi auf dem Stadtparcour. „Eine geniale Veranstaltung, eine tolle Stimmung an der Strecke. Ich hatte Gänsehaut, als ich auf die Piste gekommen bin”, erinnert sich Paruzzi. Wiederholung in diesem Jahr durchaus realistisch. Ebenfalls am Start ist die Sprint-Weltcup-Gesamtsiegerin Marit Bjoergen (Norwegen). „Eine echte Kämpferin”, analysiert Schlickenrieder. „Sie bringt die idealen Voraussetzungen für diesen anstrengenden Parcour mit.” Wenig Gleitphasen, kurze Anstiege auf der 1,5 Kilometer langen Strecke gibt es für die Athleten keine Verschnaufpause. „Du musst vom Start an alles geben. Sonst gehst du unter.”
Unter gehen könnten womöglich die deutschen Langlauf-Herren am Rhein. René Sommerfeldt plagen wieder Knieprobleme, Tobias Angerer ist ebenfalls noch im Aufbau, Johannes Bredel ein recht unerfahrener im Team. Behles-Jungs droht den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren zumindest im Sprint. Gute Chancen hat die Mannschaft dagegen in den Team-Wettbewerben an diesem Wochenende. „Die Skandinavier dominieren aber auch hier die Szene”, bekundet Peter Schlickenrieder, selbst bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt-Lake-City Silbermedaillen-Gewinner im Sprint. „Peter Larsson und Tobias Fredriksson aus Schweden sind meine Top-Favoriten. Vielleicht gelingt aber ja auch einem der Deutschen ein Überraschungssieg. Es wird spannend.”
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